Welterbe in der Schweiz
Aktuell
Helva die Zwergenkönigin
Zwergensagen eignen sich besonders, Kinder für die Natur zu sensibilisieren: Sorge tragen, mit allen Sinnen wahrnehmen, Umsicht üben, sich bewegen, zuhören und entdecken. Die Kunde dieser Geschichte gleicht den heutigen Mahnrufen zur Nachhaltigkeit: Es soll etwas bewahrt werden zum Wohl der zukünftigen Generationen.
In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Zwergensagen. Eine der schönsten Geschichten beginnt im Schwarzenburgerland, zieht sich weiter zum Cheesereloch im Naturpark Gantrisch bis hin zum Gebiet von Eiger, Mönch und Jungfrau. Es ist die Sage vom Hirt am Helisee. Das Projektteam "Sagenhaftes" – Vreni Bürki aus Sangernboden, Heidy Corpataux aus Schwarzenburg und Linda Zwahlen Riesen aus Rüschegg – bereitete die Geschichte unter dem Titel "Helva die Zwergenkönigin" auf.
Ergänzend zum in Deutsch und Englisch erhältlichen Bilderbuch wird die Geschichte als Hörbuch in verschiedenen Mundart-Dialekten erzählt. Die Zwergenkönigin Helva führt darin den Senn Erni in das Reich der Elfen und Zwerge. Auf dem Weg zu ihrem Palast Jungfrau, der aus ewigem Eis geformt ist, lernt Erni viele Zwerge kennen. "Da diese Sage einen grossen geografischen Umriss hat, kam die Idee mit verschiedenen Dialekten zu arbeiten", erzählt Linda Zwahlen Riesen. "So gaben viele bekannte Persönlichkeiten den Zwergen eine Stimme. Darunter die Sängerin Sina, der Kult-Fussball-Trainer Hanspeter Latour, der Extrembergsteiger Ueli Steck, die ehemalige Snowboarderin und Olympia-Siegerin Tanja Frieden, der Sänger Marc "Cuco" Dietrich, Pascal Dussex von "Les trois Suisse", der Liedermacher Dänu Brüggemann sowie Markus Maria Enggist vom Theater Gurten. Und natürlich sind auch Kinder der Region Gantrisch mit von der Partie."
Das Projekt steht unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission und wird ideell unterstützt vom UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau Aletsch sowie vom Naturpark Gantrisch.
Bestellungen für das Bilderbuch und das Hörspiel werden unter sagenhaftes(at)bluewin(dot)ch oder Sagenhaftes, Fuhren, 3154 Rüschegg entgegengenommen.
Penelope & Hephaistos - Handwerk schafft Zukunft
Penelope, die Weberin und Hephaistos, der Schmied – zwei Figuren der Antike als Sinnbilder handwerklicher Fertigkeiten, hervorgebracht aus Wissen und Können, weitergegeben von Generation zu Generation. Was seit je unsere Gesellschaft und Kultur prägt, soll weiter entwickelt und in die Zukunft getragen werden, als Ausdruck ganzheitlicher Bildung, als Gewerbe, als Kunst. Dafür setzen sich die einladenden Organisationen ein, im Sinne der UNESCO-Konvention 2003 zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes.
Handwerken und Gestalten sind in der Schule Volksgut und haben mehr denn je zwischen World Culture und Lokalkultur ihren Platz, wenn auch nicht immer selbstredend. Doch engagierten Lehrpersonen der Volksschule gelingt es heute vermehrt, diesen Platz in der Hoffnung und mit dem Ziel zu behaupten, dass Dozierende an Berufs- und Fachhochschulen künftig wieder auf manuellen Grundkompetenzen der Lernenden aufbauen können.
Darum richtet sich diese Tagung sowohl an Fachleute der Volks- und Berufsschulen als auch des Handwerks sowie an Engagierte in der Bildungspolitik und Kulturverantwortliche. Auf dass der Funken sich in der Schule zünde und in der Gesellschaft das innere Feuer für handwerkliches Wissen und Können entfachen möge.
Dokumente zur Tagung vom 17. September 2011, Bern
Kurzbericht der Tagung (auf Deutsch)
Bericht der Tagung (auf Deutsch)
Penelope und Hephaistos - Geschichte wird Zukunft
Text von Frau Elisabeth Volkart-Annen
Berufslehre und Förderung der praktischen Intelligenz: Stärke des schweizerischen Bildungssystems
Präsentation von Herrn Rudolf Strahm
Compétences manuelles – Outils pour l'avenir
Présentation de M. Claude-Alain Vuille
Bericht traditionelles Handwerk
Forschungsprojekt "Traditionelles Handwerk"
Bildung für ein gutes Leben: Vom Notwendigen des Überflüssigen
Präsentation von Frau Christine Ax
Traditionelles Textilhandwerk und kulturelle Identität an zwei Beispielen aus Südwest-China und Indonesien
Präsentation von Frau Marie-Louise Nabholz-Kartaschoff
Eine Auswahl Publikationen
Zwei begabte Forscherinnen erhalten ein Stipendium "For Women in Science"

Zum zweiten Mal erhalten zwei Forscherinnen ein Stipendium von L'Oréal Schweiz "For Women in Science" zur Unterstützung Ihres Forschungsprojekts. Mit dem 2008 in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen UNESCO-Kommission und den Akademien der Wissenschaften Schweiz eingeführten Förderprogramm sollen weibliche Wissenschaftskarrieren in der Schweiz unterstützt werden.
Die Stipendien wurden heute im Rahmen eines Festakts im "Haus der Universität" in Bern in Anwesenheit von Brigitte Mantilleri, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Schweizer Universitäten und Hochschulen (KOFRAH) übergeben.
Die 2011 ausgezeichneten Forscherinnen sind:

- Dr. Cornelia Hagmann, Klinik für Neonatologie, Universitätsspital Zürich, für die Durchführung ihres Forschungsprojekts "Serial EEG and Quantitative Brain Magnetic Resonance Imaging in Preterm infants: Relationship to neurodevelopmental outcome."

- PD Dr. Viviane Hess, Medizinische Onkologie, Universitätsspital Basel, für die Durchführung ihres Forschungsprojekts "Return-to-work after cancer: Impact of fitness training vs "usual care" during chemotherapy. A multicenter randomized trial."
Mit der Ausweitung des internationalen Förderprogramms machen es sich die drei Partner zur Aufgabe, vielversprechende Forscherinnen in ihrer Karriere zu fördern, da auch heute noch der wissenschaftliche Werdegang einer Frau auf seinen zahlreichen Etappen von Hindernissen gesäumt ist. Denn obschon gemäss Bundesamt für Statistik (BFS)1, "die Wissenschaft zwar nicht mehr ausschliesslich den Männern vorbehalten ist, konnte sich die geschlechtliche Gleichstellung in diesem Bereich jedoch weder in der Schweiz noch in Europa durchsetzen. In der Forschung waren Frauen 2006 in der Minderheit. 2004 machten sie in der EU-27 30% und in der Schweiz 27% der Forschenden aus." Gleichzeitig sind die Frauen in strategischen Positionen stark unterrepräsentiert, eine Tatsache, die gemäss BFS "symptomatisch ist für die Schwierigkeit der Frauen, in der von Männern dominierten Forschungswelt Fuss zu fassen."
"Obschon seit der Einführung des Bundesprogramms Chancengleichheit im Jahr 2000 mit einem Anteil von derzeit 15% ordentlichen Professorinnen in der Schweiz Fortschritte erzielt wurden, wird das für 2012 angestrebte Ziel von 25% wahrscheinlich nicht erreicht", betont Brigitte Mantilleri, die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Schweizer Universitäten und Hochschulen (KOFRAH). "Wenn wir eine "generalistische" Universität wie Genf nehmen, mit einem Gesamtanteil von Professorinnen von 20%, ist dieser Prozentsatz in den wissenschaftlichen Gebieten noch niedriger: Von den Professoren der naturwissenschaftlichen Fakultät sind 13,6% Frauen und in der medizinischen Fakultät sind es 14,4%."
Weibliche Wissenschaftskarrieren müssen daher unbedingt schon vom frühesten Alter an mit der Schaffung ambitiöser Modelle, mit Mentoring und finanzieller Unterstützung gefördert werden. Genau diese Förderung wird mit dem Stipendienprogramm "For Women in Science" angestrebt. Es wendet sich an hoch qualifizierte Post-Doktorandinnen, die in der Schweiz in den Fachgebieten Medizin, Biologie, Chemie oder biomedizinisches Engineering arbeiten und für die Fortsetzung ihrer Forschungsarbeit zeitweilig finanzielle Unterstützung benötigen. Alle zwei Jahre werden eine bis vier vielversprechende Post-Doktorandinnen für 6 bis 24 Monate unterstützt. Die Stipendien in Höhe von CHF 40'000.- (6 Monate) bis CHF 160'000.- (24 Monate) dienen zur Deckung der Unterhaltskosten der Forscherinnen.
1) Bundesamt für Statistik BFS, "In der Schweiz und in Europa bleibt die Forschung hauptsächlich eine Männerdomäne", 2009
Prähistorische Pfahlbaustätten um die Alpen sind Welterbe
Das Welterbekomitee der UNESCO hat während seiner 35. Sitzung in Paris die Aufnahme der Kandidatur "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" auf die Liste des Welterbes beschlossen. Die transnationale serielle Stätte umfasst die sechs Alpenländer. Das Bundesamt für Kultur war verantwortlich für die Gesamtkoordination der Kandidatur. Von den rund 1000 bekannten Pfahlbaustätten wurden die 111 repräsentativsten Stätten für die Nominierung zum Welterbe ausgewählt.
Dank dem ausserordentlichen Fundreichtum liefern die Pfahlbauten präzise und detaillierte Erkenntnisse der Welt der frühen Bauern Europas – deren Alltagsleben, Landwirtschaft, Viehzucht und technische Innovationen. Durch die ausserordentlich genaue Datierungsmöglichkeit der Reste hölzerner Architekturelemente (Dendrochronologie) können vollständige prähistorische Dörfer und ihre räumliche Entwicklung über sehr lange Zeit verfolgt werden.
Memory of the World
Die Sammlungen über den Aufklärer Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) in Genf und Neuenburg sind in das Register des Weltdokumentenerbes der UNESCO augenommen worden.
Zu den Sammlungen, die in den Bibliotheken der beiden Westschweizer Städte gelagert sind, gehören Manuskripte von Rousseaus wichtigsten Werken, Korrespondenz, Bücher über den Aufklärer, aber auch Raubdrucke, Bilder sowie die Totenmaske des Gelehrten.
UNESCO-Weltbildungsbericht 2011

- UNESCO-Weltbildungsbericht 2011
Bildung durch bewaffneten Konflikt gefährdet
Von den weltweit 67 Millionen Kindern, die keine Schule besuchen, leben 28 Millionen in Ländern in Konfliktsituationen. Bewaffnete Konflikte nehmen diesen Kindern ihre Zukunft. Das ist das Fazit des UNESCO-Weltbildungsberichts 2011, der am 1. März 2011 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York vorgestellt wurde. Sexuelle Gewalt, gezielte Angriffe auf Schulen und weitere Menschenrechtsverletzungen gefährden die Bildung von Kindern.
Der Bericht "Die unbeachtete Krise: Bewaffneter Konflikt und Bildung" warnt, dass die internationale Gemeinschaft die im Jahr 2000 vereinbarten Ziele im Rahmen der Initiative Bildung für alle nicht erreichen wird. Trotz vieler Fortschritte werden die meisten Ziele deutlich verfehlt, insbesondere in Regionen mit dauerhaften Konflikten. Der Bericht kritisiert, dass Bildung der am stärksten vernachlässigte Bereich im unterfinanzierten System humanitärer Hilfe ist.
Schulen und Kinder in der "Schusslinie"
Zwischen 1999 und 2008 waren 35 Länder von Konflikten betroffen. Lehrkräfte, Kinder und Schulen geraten immer wieder in die "Schusslinie" von Konfliktparteien und werden als legitime Ziele betrachtet. Allein in Afghanistan wurden 2009 mindestens 613 Schulen angegriffen, im Vergleich zu 347 im Jahr 2008. Im Nordjemen wurden 2009 und 2010 bei Kämpfen zwischen Regierungskräften und Rebellen 220 Schulen zerstört, beschädigt oder geplündert.
"Bewaffneter Konflikt ist in vielen Weltregionen ein grosses Hindernis für gesellschaftliche Entwicklung. Dennoch werden die Auswirkungen von Konflikten für die Bildung weitestgehend ignoriert. Dieser bahnbrechende Bericht dokumentiert die Ausmasse der unbeachteten Krise, identifiziert ihre Ursachen und macht überzeugende Vorschläge für Veränderungen", so UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa.
796 Millionen Analphabeten weltweit
Der aktuelle Weltbildungsbericht zeigt, dass einige Entwicklungsländer in den letzten Jahren zahlreiche positive Fortschritte in der Bildung gemacht haben. Besuchten im Jahr 2000 noch rund 106 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule, ging die Zahl bis 2008 auf 67 Millionen Kinder zurück. Doch die Veränderungen erfolgen zu langsam, um das Ziel der Grundschulbildung für alle Kinder bis 2015 zu erreichen. Trendanalysen rechnen damit, dass die Zahl der Kinder, die keine Bildung erhalten werden, bis zum Jahr 2015 wieder auf rund 72 Millionen steigen wird, wenn nicht mehr getan wird.
Will die internationale Gemeinschaft das Ziel der universellen Grundschulbildung erreichen, müssen laut Bericht bis 2015 weitere 1,9 Millionen Lehrkräfte angestellt werden, mehr als die Hälfte davon in Subsahara-Afrika. Trotz zahlreicher Fortschritte sind auch die Geschlechterdisparitäten nach wie vor tief in Bildungssystemen verankert – in Somalia kommen beispielsweise auf 100 Jungen in der Schule nur 55 Mädchen. Auch die Anzahl der erwachsenen Analphabeten ist weiterhin hoch, 796 Millionen Menschen können nicht lesen und schreiben, davon sind fast zwei Drittel Frauen.
Jährlich fehlen 16 Milliarden Dollar für Bildung
Die Gebergemeinschaft hat bislang ihr im Jahr 2000 eingegangenes Versprechen nicht eingelöst, betont der Weltbildungsbericht. Danach soll kein Land, das sich dem Ziel "Bildung für alle" verpflichtet hat, wegen fehlender Finanzmittel scheitern. Zwar hat sich ab 2002 die internationale Hilfe für Grundbildung fast verdoppelt und dazu beigetragen, dass wichtige Fortschritte erzielt wurden. Doch seit 2008 stagnieren die Hilfsleistungen. Der Bericht schätzt die Finanzierungslücke derzeit auf 16 Milliarden US-Dollar jährlich für 46 einkommensschwache Länder, um das Ziel "Bildung für alle" zu erreichen.
In 21 der ärmsten Länder der Welt sind die Ausgaben für das Militär höher als für die Grundbildung, kritisiert der Bericht. Wenn diese Länder ihr Militärbudget um 10 Prozent reduzieren würden, könnten sie insgesamt rund 9,5 Millionen Kindern zusätzlich einen Zugang zur Schule ermöglichen. Wenn reiche Länder den Gegenwert ihrer Militärausgaben sechs Tage lang in die Grundbildung in den armen Ländern investieren würden, könnten sie die derzeitige Finanzierungslücke in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar schliessen und die Einschulung aller Kinder weltweit bis 2015 erreichen.
Sechs globale Bildungsziele bis 2015
Der Weltbildungsbericht (Education for all – Global Monitoring Report) wird im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen Team verfasst. Er liefert jährlich einen Zwischenstand über die Umsetzung der Ziele "Bildung für alle". 164 Länder haben sich auf dem Weltbildungsforum in Dakar 2000 verpflichtet, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen: Ausbau der frühkindlichen Förderung und Erziehung, Grundschulbildung für alle Kinder weltweit, Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen, Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen, Gleichberechtigung der Geschlechter und Verbesserung der Bildungsqualität.
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Mit einer Webplattform schweizweit die Kulturvermittlung stärken
Überall in Europa gewinnen Projekte an Bedeutung, die Zugänge zu kulturellen Angeboten schaffen oder Kunst für Bildungsprozesse nutzen. Hierzulande vernetzt www.kultur-vermittlung.ch die stetig wachsende Szene und regt eine Qualitätsdiskussion an. Die breit abgestützte Webplattform lancieren die pädagogische Hochschule PHBern, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und die Schweizerische UNESCO-Kommission. Sie wird gemeinsam mit 20 Organisationen aus der ganzen Schweiz betrieben.
Results of the 2nd consultation (2010) on the implementation at national level of the 2003 Convention for the safeguarding of the intangible cultural heritage (ICH)
proposed and coordinated by the Swiss Commission for UNESCO
Implementation of the 2003 Convention is planned, organized and carried out with a common objective, but with different approaches and procedures in individual countries, which adds to its diversity and interest.
The focus of this 2nd consultation was on the national inventories. It aimed at an exchange of knowledge and good practice at the international level.
The results reflect experiences from 20 countries: Austria, Belgium (French-speaking community), Brazil, Croatia, Cyprus, the Czech Republic, Denmark, Estonia, France, Germany, Hungary, Kenya, Latvia, Lithuania, the Netherlands, Peru, Slovakia, Spain, Switzerland and Vietnam.
The Swiss Commission for UNESCO expresses its warm thanks to those persons and institutions that have participated for their valuable cooperation and their contributions.
Results of the Consultation
Information provided by the participating country

Deutsch






