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Biosphäre Entlebuch

Moorlandschaft. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch
Moorlandschaft. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch
  • Datum der Aufnahme: 2001
  • Gesamtfläche: 39.659 ha
  • Kernzone: 3.301 ha
  • Pflegezone: 16.358 ha
  • Entwicklungszone: 20.000 ha
  • Kanton Luzern

Das Entlebuch sei das schönste Buch der Schweiz, pflegt man im Luzernerland zu sagen. Tatsächlich! Nur wenige Regionen in der Schweiz haben so intakte natürliche und kulturelle Landschaften wie das Entlebuch.


Die Biosphäre Entlebuch umfasst 395 km2, rund 50% sind landwirtschaftliche Nutzflächen und Alpgebiete sowie 43% Wald. Bei den 2% Siedlungsgebiet handelt es sich hauptsächlich um dörfliche Siedlungen, einige Industriebetriebe und touristische Infrastrukturen. Sie ist in drei Zonen unterteilt, die Kernzone (8%), die Pflegezone (42%) sowie die Entwicklungszone (50% der Gesamtfläche).


Flühli. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch
Flühli. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch

Die Kernzone dient der optimalen Entwicklung der natürlichen und naturnahen Ökosysteme, die Pflegezone umgibt die Kernzone und wird extensiv genutzt. In der Entwicklungszone wird eine nachhaltige Entwicklung angestrebt. In dieser Zone finden sich Flächen für Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Siedlungen und Verkehrswege.


Der Napf ist durch Erosion stark zerklüftet. Vom Gipfel aus verlaufen tief eingekerbte Täler und langgezogene Grate. Dadurch sind die Schluchtwälder meist nur sehr schwer zugänglich und kaum erschlossen. In diesen ausgedehnten naturnahen Wäldern können sich störungsanfällige und bedrohte Tierarten wie das Auerhuhn, der Uhu, Steinadler und der Luchs zurückziehen.


Schratten. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch
Schratten. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch

Infolge der stark unterschiedlich erosionsbeständigen Molasseschichten sind die harten Nagelfluhbänke meist bewaldet, die weicheren Sandstein und Mergelschichten werden dagegen als Wiesen und Weiden genutzt. Da der Napf während der Eiszeit das Gletschereis überragte, konnten alpine Pflanzenarten bis heute überdauern, sie gelten als Eiszeitrelikte.


Die Schrattenfluh ist eines der eindrücklichsten Karstgebiete in den Voralpen und gibt einer Gesteinsart - dem Schrattenkalk - den Namen.


Die vegetationslosen Kalkschichten und Felsbänder heben sich von den bewachsenen Hängen der weiteren Umgebung ab und sind von weit her als weissgraue ausgedehnte Flächen erkennbar. Durch das Regenwasser wurde die Oberfläche des Kalkes stark zerfurcht. Das Wasser verschwindet in tiefen Schlitzen und gelangt über das ausgedehnte Höhlensystem in den Thunersee.


Geschenk-Baumrinde. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch
Geschenk-Baumrinde. Bildquelle: © Biosphäre Entlebuch

Von den 17.000 Bewohnern des Entlebuchs sind rund 8.000 berufstätig, davon je ein Drittel in der Landwirtschaft und im Tourismus. Aus Mangel an attraktiven, modernen Arbeitsplätzen ist die Abwanderung von jungen Menschen in die Städte gross.


Die regionale Entwicklung durch nachhaltigen Tourismus, Kultivierung der Naturressourcen und Vermarktung von regionalen Produkten zu fördern und auszubauen gehören zu den Kernaufgaben der Biosphäre Entlebuch. Sie ist sich ihrer Bedeutung als nachhaltige Modellregion bewusst und arbeitet seit der Eintragung an der Umsetzung von Projekten wie

  • Regionalem Marketing
    zur Förderung von Spezialitäten und Produkten, die in der Region hergestellt und verarbeitet werden mit dem Ziel, die regionale Wertschöpfung zu verbessern

  • Bildungs- und Informationseinrichtungen
    mit örtlich auf die ganze Biosphäre verteilten thematischen Schwerpunkten.

    Die unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission stehende Biosphärenschule möchte Kinder und Jugendliche für eine nachhaltige Entwicklung sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten im eigenen Alltag aufzeigen. Das von der Kommission als Aktivität der DBNE anerkannte Projekt Äntlibuecher Schuelschätz verfolgt das ehrgeizige Ziel, dass alle Lernenden des Entlebuchs am Ende ihrer Schulzeit Botschafterinnen und Botschafter der UNESCO Biosphäre Entlebuch und damit einer nachhaltigen Regionalentwicklung sein sollen.


Das Biosphärenzentrum in Schüpfheim koordiniert die Projekte in der Region, informiert und animiert. Das Regionalmanagement betreibt ein Kompetenzzentrum, unterstützt und berät bei Eigeninitiativen aus der Bevölkerung, von Unternehmen und Institutionen.