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Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch

Aletschgletscher mit Aletschhorn. Bildquelle: http://www.weltnaturerbe.org
Aletschgletscher mit Aletschhorn. Bildquelle: www.weltnaturerbe.org

  • Datum der Aufnahme: 2001, Erweiterung 2007
  • Kriterien: (vii)(viii)(ix)
  • Kernzone: 82.400 ha
  • Kantone Bern und Wallis

Legende

Kulturerbe

Naturerbe

Die Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, das erste Weltnaturerbe im ganzen Alpengebiet, umfasst eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt rund um den zirka 24 km langen längsten Gletscherstrom der Alpen.

 

Die Eismassen schliffen die Felsformationen am Gletscherrand. Bildquelle: http://www.weltnaturerbe.org
Die Eismassen schliffen die Felsformationen am Gletscherrand. Bildquelle: www.weltnaturerbe.org

2001, als die Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden, schlug das beratende Expertenteam der IUCN vor, eine Erweiterung des Gebietes zu prüfen. Diese Erweiterungen konnten nun mit der 2007 erfolgen Erweiterung verwirklicht werden, weitere 28.500 ha kamen so zum bestehenden Welterbegebiet hinzu, welches nun 82.400 ha umfasst.


Die Alpenregion ist ein Zeugnis bedeutender Abschnitte der Erdgeschichte (alpine Gebirgsbildung und Eiszeiten) mit Spuren wichtiger geologischer und glaziologischer Prozesse wie Gebirgsfalten, Gesteinsvielfalt aus 500 Mio. Jahren Erdgeschichte, Gletschern und einzigartigen Gletschervorfeldern.

 

  • vor 200 Mio. Jahren breitete sich hier das Ur-Mittelmeer (Tethys) aus
  • vor 65 Mio. Jahren erhoben sich die Alpen
  • vor 10 Mio. Jahren war der Höhepunkt der Alpenbildung
  • vor 3,5 Mio. Jahren begann das letzte Eiszeitalter
  • vor 18'000 Jahren war der Höhepunkt der letzten Eiszeit.

Das auf Berner Seite steil über dem Talgrund bis auf 4.000 Meter Höhe aufsteigende Gebirgsmassiv von Eiger, Mönch und Jungfrau fasziniert die Menschen schon seit Jahrhunderten, die Eiger-Nordwand gilt als eine der grössten alpinistischen Herausforderungen.


Die Eiger-Mönch-Jungfrau-Region ist mit ihren zahlreichen Schneefeldern zugleich die Wiege des Grossen Aletschgletschers. Nachdem die Massen von Schnee zu Eis geworden sind, fliessen sie am Konkordiaplatz zusammen, um aus ihren Seitenmoränen die berühmten zwei Mittelstreifen auf dem Gletscher zu formen.


Jungfraujoch mit Sphinx und Aletschgletscher. Bildquelle: http://www.weltnaturerbe.org
Jungfraujoch mit Sphinx und Aletschgletscher. Bildquelle: www.weltnaturerbe.org

Seit vor gut 90 Jahren die Zahnradbahn auf das Jungfraujoch gebaut wurde, haben Millionen von Touristen die mit 3.500 m über Meer höchstgelegene Bahnstation Europas besucht.


Wahrzeichen des Jungfraujoches ist die Sphinx, das Observatorium, das vielfältigen Forschungsprojekten zwischen Himmel und Erde eine Heimat bietet. Unter ihrer gläsernen Kuppel liegt auch die höchstgelegene Wetterstation Europas.

 

Mit den unterschiedlichen Bedingungen auf engstem Raum, bei denen sich eine Vielfalt an Ökosystemen sowie von Tier- und Pflanzen-Gemeinschaften entwickeln konnte, gilt die Region als ein Lebensraum zur Erhaltung der Artenvielfalt. Auch finden sich alle Klimastufen, von den schnee- und eisbedeckten Gipfeln der Berner Alpen bis zu den mediterran anmutenden Felsensteppen im Rhonetal.

 

Smaragdeidechse. Bildquelle: http://www.weltnaturerbe.org
Smaragdeidechse. Bildquelle: www.weltnaturerbe.org

An den sonnigen, aber sehr trockenen Talhängen war Landwirtschaft über viele Jahrhunderte nur möglich, indem gewagte Wasserleitungen durch steile Hänge gebaut wurden, um die Wiesen zu bewässern. Viele Flächen sind aber seit jeher viel zu steil und zu trocken für die Nutzung. Hier hat sich die an seltenen Tier- und Pflanzenarten überaus reiche Walliser Felsensteppe gehalten. Viele ihrer Arten wie zum Beispiel das Federgras sind nach der letzten Eiszeit aus asiatischen Steppengebieten eingewandert, einen Hauch von Exotik verleiht auch das Vorkommen der Smaragdeidechse.