Ozeane
Die offene See gehört keinem Staat, sie ist ein Raum, der nationalem Recht entzogen ist. Die Ozeane sind ein so genanntes "globales öffentliches Gut". Die Nutzung der Ozeane wird daher von vielen internationalen Verträgen geregelt, denn es ist offensichtlich, dass die Ozeane für den Planet Erde und den Menschen von grösster Bedeutung sind.
Daher beunruhigen viele Beobachtungen der letzten Jahre: Der Klimawandel lässt den Meeresspiegel steigen und verändert den Säuregrad des Meereswassers; wegen Überfischung stehen viele Fischarten vor der Ausrottung. Gleichzeitig forderten Tsunamis und Sturmfluten in jüngster Zeit Hunderttausende von Menschenleben.
Die 1960 gegründete Zwischenstaatliche Ozeanografische Kommission (IOC) ist, als weitgehend eigenständige Unterorganisation der UNESCO, das wichtigste Forum der Vereinten Nationen zur Koordination und Förderung der Ozeanforschung und Ozeanbeobachtung.
Der Schwerpunkt der Arbeit der IOC liegt in der Koordination des Aufbaus ehrgeiziger Forschungs- und Beobachtungsprogrammen u.a. im Kontext des globalen Wandels und zur Katastrophenvorsorge.
Die IOC unterstützt den internationalen Erfahrungsaustausch und den Technologietransfer sowie schwerpunktmässig die Aus- und Fortbildung von Wissenschaftlern und Fachpersonal aus Entwicklungsländern gemäss einer übergreifenden Strategie zur Schaffung gestärkter Kapazitäten.
Die sichtbarste Rolle der IOC ist heute die Koordination des globalen Tsunami-Frühwarnsystems. Seit dem 26. Dezember 2004 kennt fast jeder Mensch das Phänomen der Tsunamis. Die IOC ist die einzige UN-Organisation, die seit über 40 Jahren ein regionales Frühwarnsystem im Pazifik betreibt.
Schon seit Jahren hatten IOC-Gremien weitere regionale Frühwarnsysteme gefordert, leider erfolglos. Die tragischen Ereignisse im Indischen Ozean führten bei der Generalversammlung des IOC im Juni 2005 zu mehreren Resolutionen, die die Einrichtung von Tsunami-Frühwarnsystemen im Indischen Ozean, in der Karibik und im Nordostatlantik / Mittelmeer zum Ziel haben.

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