2000: Jahr für eine Kultur des Friedens


Logo des Internationalen Jahres für eine Kultur des Friedens
Logo des Internationalen Jahres für eine Kultur des Friedens

Die UNO hat am 20. November 1997 das Jahr 2000 als Internationales Jahr für eine Kultur des Friedens ausgerufen. Am 10. November 1998 folgte die Proklamation des Zeitraums 2001 bis 2010 als Internationale Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit für die Kinder dieser Welt, am 13. September 1999 verabschiedete die UNO-Generalversammlung eine Deklaration und ein Aktionsprogramm für eine Kultur des Friedens.


Deklaration und Aktionsprogramm sehen auf regionaler, nationaler wie internationaler Ebene Aktivitäten in den Bereichen der Sicherheit und des Friedens, der Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Stärkung der Rolle der Frau, der Bildung in Schulen und Hochschulen, der Meinungs- und der Pressefreiheit vor. Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, Fachverbände und - unter den internationalen Organisationen - vor allem die UNESCO sollen mit konkreten Projekten Anstösse geben für den "Wandel von einem Kult des Krieges zu einer Kultur der gewaltfreien Konfliktlösung".

 

Die internationale Gemeinschaft hat sich mit der Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 zur Orientierung an friedlicher Beilegung von Konflikten verpflichtet. Die UNO-Charta enthält ausdrücklich ein Gewaltverbot für die Regelung zwischenstaatlicher Konflikte. Die Verfassung der UNESCO, ebenfalls aus dem Jahr 1945, ergänzt das UNO-Gewaltverbot durch die Perspektive, "den Frieden in den Köpfen der Menschen zu verankern" und den Frieden nicht nur auf dem Weg zwischenstaatlicher Vereinbarungen anzustreben, sondern "die moralische und intellektuelle Solidarität unter den Menschen" aufzubauen.


Mit dem Internationalen Jahr 2000 für eine Kultur des Friedens und der anschliessenden Dekade wollen die Vereinten Nationen und die UNESCO den Anstoss geben zu neuen Bemühungen um die Festigung dauerhafter Grundlagen für den Frieden, getragen von der Einsicht, dass die Konfliktvorbeugung und die Aussöhnung stärker in den Mittelpunkt der nationalen wie internationalen Friedensbemühungen gerückt werden müssen.

Manifest 2000


Die UNESCO sammelt Unterschriften für das Manifest 2000 für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit. Es wurde von einer Gruppe von Friedensnobelpreisträgern, unter ihnen Mairead Corrigan Maguire aus Nordirland, Rigoberta Menchu Tum aus Guatemala und Adolfo Pérez Esquivel aus Argentinien verfasst.

Definition einer Kultur des Friedens

Die UNO-Deklaration vom 13. September 1999 definiert eine "Kultur des Friedens" als "Werte, Einstellungen, Traditionen, Verhaltensweisen und Lebensformen, die sich auf die Achtung der Menschenrechte und die Prinzipien der Gewaltlosigkeit und der Toleranz gründen". Sie sollen vor allem durch Bildung vermittelt werden, aber auch durch die Förderung der Informationsvielfalt, der Meinungs- und Pressefreiheit und durch andere politische Massnahmen. "Zur Definition einer Kultur des Friedens gehört ein positives und friedensförderliches nationales und internationales Umfeld", heisst es in der Deklaration. Nach einem Jahrhundert der Kriege soll das Jahr 2000 eine Wende zur friedlichen Lösung von Streitfragen und zur Konfliktvorbeugung bringen.