2003: Jahr des Süsswassers

- Logo des Internationalen Jahres des Süsswassers
Die UNO hat am 20. Dezember 2000 das Jahr 2003 zum Internationalen Jahr des Süsswassers erklärt und die UNESCO beauftragt, die weltweiten Aktivitäten zu koordinieren. Ziele des internationalen Jahres sind eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und der Schutz der Trinkwasservorräte.
Süsswasser ist eines der bedeutendsten Elemente für das Leben auf der Erde. Es ist unersetzbar für die Nahrungsmittelerzeugung und als Energiequelle. Sauberes Wasser ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme und für die Gesundheit des Menschen. Aber die Wasservorräte sind begrenzt und ungleich verteilt. 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur 2,5 Prozent davon sind Süsswasservorkommen.
1,1 Mrd. Menschen, etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 40 Prozent der Weltbevölkerung verfügen nicht über eine adäquate Abwasserentsorgung. Täglich sterben 6.000 Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden. Verschmutztes Trinkwasser und mangelhafte Abwasserentsorgung sind die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern. Eine einzige Toilettenspülung in den Industrieländern verbraucht so viel Wasser, wie eine Person in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.
Das Internationale Jahr des Süsswassers soll Wege aufzeigen, wie der globalen Wasserproblematik begegnet werden kann. Es soll als internationale Plattform für Ideen dienen, um geeignete Initiativen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasservorräte zu entwickeln und voran zu bringen.
Stehen wir vor einer weltweiten Wasserkrise?
Während die wasserreichen Gegenden der Erde, der nördliche Teil Nordamerikas, der östliche Teil Südamerikas und Südostasiens zusammen beinahe über 50 Prozent der sich jährlich erneuernden Wasservorräte verfügen, bringt allein das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gegenden der Erde Wassernot. Der Wunsch nach besserer Ernährung, Hygiene und Komfort führte im 20. Jh. bei dreifachem Bevölkerungswachstum zu einer sechsfachen Erhöhung des Wasserverbrauchs.
Neben dem tatsächlichen Wassermangel sind unzureichende Finanzmittel, fehlende Fachkenntnisse und ineffiziente Bewirtschaftungsstrukturen, die das Erschliessen bestehender Wasservorkommen erschweren, die Ursachen einer sekundären Wasserknappheit. Beide Komponenten des Wassermangels können in ökologisch anfälligen Gebieten zum Voranschreiten der Wüsten führen oder in küstennahen Grundwasserträgern das Eindringen von Salzwasser verursachen.
Zweifelsohne bringen die sich in vielen Gegenden abzeichnende Wasserknappheit und Verteilungsprobleme selbst bei reichen Wasservorräten potenzielle Konflikte mit sich.
Innerhalb des neuen Welt-Wasser-Abschätzungs-Programms (WWAP) der Vereinten Nationen will die UNESCO eine Führungsrolle übernehmen. Das Programm soll über die Entwicklung der Wasserreserven der Erde Aufschluss geben. Die UNESCO knüpft hier an die jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit ihres Internationalen Hydrologischen Programms an.

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