2012: Année des coopératives

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Le 18 décembre 2009, l'Assemblée générale des Nations Unies a proclamé 2012 Année internationale des coopératives (AIC2012).
Was ist eine Genossenschaft?

- The Akambaa Handicrafts Cooperative Society in Mombasa. Bildquelle: www.flickr.com/photos/sarniebill/
Gemeinsam seine Ziele besser zu erreichen als im Alleingang, das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft. Eine genossenschaftliche Kooperation bietet sich immer dann an, wenn das Verfolgen eines wirtschaftlichen Ziels die Leistungsfähigkeit des Einzelnen übersteigt, zugleich aber die selbständige Existenz gewahrt werden soll.
Mit Hilfe eines gemeinschaftlich betriebenen Unternehmens wird die wirtschaftliche Tätigkeit der Genossenschaftsmitglieder ergänzend unterstützt. Man tritt gemeinsam am Markt auf, etwa um günstige Absatz- und Beschaffungskonditionen zu erlangen oder aber betriebliche Funktionen effizienter und qualitativ besser ausüben zu können.
Identität von Eigentümern und Kunden
Genossenschaften haben sich im Verlaufe ihrer 150jährigen Geschichte in den verschiedensten Märkten etabliert und sich dabei in Grösse und Struktur unterschiedlich ausgebildet. Allen Genossenschaften ist jedoch gemein, dass die Mitglieder zugleich Eigentümer und Kunden ihrer Genossenschaft sind. Das so genannte Identitätsprinzip unterscheidet eine Genossenschaft von allen anderen Formen der kooperativen Zusammenarbeit.
Genossenschaftlicher Förderzweck
Besonders an Genossenschaften ist zudem, dass diese zur wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder unterhalten werden. Im Vordergrund steht somit der genossenschaftliche Förderzweck und nicht die Zahlung einer Rendite. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Genossenschaften keine Gewinne erwirtschaften. Auch eine Genossenschaft muss sich marktkonform und betriebswirtschaftlich effizient verhalten, um im Wettbewerb bestehen und die Mitglieder langfristig fördern zu können.
Neue Genossenschaften

- Women's Self-Help Group in Ginigasmulla, Sri Lanka. Bildquelle: www.flickr.com/photos/worldwatch/
Mit neuen Genossenschaften werden Herausforderungen der heutigen Zeit gemeinsam angegangen. Die dezentrale Verbreitung erneuerbarer Energien, Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit für Selbständige und Freiberufler, aber auch Aufgaben wie selbstbestimmtes Wohnen im Alter, energetische Sanierung von Wohnungsbeständen, kommunale Daseinsvorsorge oder ländliche Nahversorgung werden durch Genossenschaften wahrgenommen.
Die Schweiz - ein Land der Genossenschaften
Bereits im Mittelalter organisierten sich Älpler und Säumer genossenschaftlich, weil Erneuerungen der Alpwirtschaft ein Gemeinwerk erforderten. Die Genossenschaft regelte die gemeinschaftliche Nutzung der Weiden und Alpen und verhinderte die Veräusserung des Gemeineigentums. "Ihre Korporationen bilden gewissermassen die Urzellen eidgenössischer Staatlichkeit", schreibt Regina Natsch in der Aufsatzsammlung "Das Genossenschaftswesen der Schweiz".
Im 19. Jahrhundert erlebten die Genossenschaften eine Hochblüte. Sie traten als Selbsthilfeorganisationen "zur Verteidigung der von schnellem Wandel bedrohten Schwachen an, zum Kampf gegen die Macht des Kapitals über Menschen, gegen die zerstörerischen Kräfte des unbeschränkten Wettbewerbs", wie es Hans H. Münkner in derselben Aufsatzsammlung formuliert. So entstanden zu jener Zeit diverse Banken, Versicherungen oder auch Versorgungsgenossenschaften. Einige von ihnen sind zu grossen Unternehmen herangewachsen: wie zum Beispiel Banken, Versicherungen, Detailhändler oder die landwirtschaftlichen Genossenschaften.
Das heute noch geltende Genossenschaftsrecht trat 1937 in Kraft und wurde seither kaum verändert. Mit dem Gesetz sollte verhindert werden, dass kapitalistische, profitorientierte Unternehmungen ins Kleid der Genossenschaft schlüpfen. Theoretisch dient es noch immer demselben Zweck: der ökonomischen Selbsthilfe - und sieht "die Genossenschaft als freiwilligen Zusammenschluss von gleichberechtigten Personen mit ähnlich gelagerten Interessen und Problemen: demokratisch aufgebaut und ausgehend von der Prämisse, dass alle seine Teilnehmer in Eintracht und Treue mit Engagement am selben Strick ziehen", wie Regina Natsch schreibt.
Laut BILANZ gibt es in der Schweiz 9.600 Genossenschaften (Stand November 2010), die grössten Genossenschaften haben heute zusammen etwa 6,7 Millionen Mitglieder. Dazu gehören auch Wohnbaugenossenschaften oder eine der erfolgreichsten Neugründungen, ein Carsharing-Unternehmen.
Quellen: DGRV - Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. | Die Urzellen der Schweiz von Susan Boos, erschienen in der WOZ 18/08 | Genossenschaften: Genossen im Aufwind von Harald Fritschim erschienen in der BILANZ 21/10

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