Parc National Suisse

Gämsen. Bildquelle: © Schweizerischer Nationalpark
Gämsen. Bildquelle: © Schweizerischer Nationalpark
  • Datum der Aufnahme: 1979, Erweiterung 2010
  • Gesamtfläche: 36.060 ha
  • Kernzone: 17.030 ha
  • Pflegezone: 8.640 ha
  • Entwicklungszone: 10.390 ha
  • Kanton Graubünden

Naturbelassene alpine Landschaft mit reicher Tier- und Pflanzenwelt.


Der Schweizerische Nationalpark entstand 1909 aufgrund privater Initiative und wurde später durch die Eidgenossenschaft übernommen (der 1. August 1914 gilt als Gründungsdatum, er war der erste Nationalpark der Alpen und Mitteleuropas). Im Süden grenzt er auf einer Länge von 15 km an Italien, liegt aber vollständig im Kanton Graubünden.


Der Nationalpark ist ein Naturreservat, das vor menschlichen Einflüssen und Eingriffen geschützt wird. Seit 1914 erfolgt keine Jagd oder Fischerei und keinerlei Nutzung oder Pflege von Wäldern und Weiden mehr. Die gesamte Pflanzen- und Tierwelt bleibt ihrer natürlichen Entwicklung überlassen und wird wissenschaftlich erforscht - Inventaraufnahmen von Pflanzen- und Tierarten, Untersuchung und Kartierung von Gewässern, Böden und Gesteinsformen etc. stehen dabei im Vordergrund.


Typischer Bergwald. © Schweizerischer Nationalpark
Typischer Bergwald. © Schweizerischer Nationalpark

Der Schweizerische Nationalpark verfolgt drei Ziele:

 

  • Naturschutz: Im Nationalpark werden keine Tiere gejagt, keine Bäume geschlagen, keine Wiesen gemäht. Im Nationalpark herrschen Zustände, wie sie vor dem Eintreffen des Menschen vor 5.000 Jahren überall geherrscht haben.
  • Forschung: Dank wissenschaftlicher Forschung ist es möglich, die Veränderungen im Nationalpark zu dokumentieren. Von besonderer Bedeutung ist die Langzeitforschung, die das Verständnis der natürlichen Prozesse ermöglicht.
  • Information: Neben Naturschutz und Forschung kommt Nationalparks eine immer wichtigere Funktion als Bildungseinrichtung zu. Die Informationsangebote des Nationalparks leisten einen Beitrag zum Naturverständnis der Besucher.


Der Nationalpark ist ein Gebirgspark und besteht zu 51% aus unproduktivem Ödland, zu 21% aus Alpinen Rasen und zu 28% aus Wald. Bergwald ist mehr als die Summe der Bäume, er ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere, schützt vor Lawinen und wirkt als grüne Lunge. Die Bergwälder des Nationalparks setzen sich vorwiegend aus Bergföhren, Lärchen, Arven und Fichten zusammen, die Waldgrenze liegt im Engadin mit rund 2.300 m vergleichsweise hoch und wird von Arven und Legföhren gebildet.


Mont-Cenis-Glockenblume (Campanula cenisia). Bildquelle: © Schweizerischer Nationalpark
Mont-Cenis-Glockenblume. Bildquelle: © Schweizerischer Nationalpark

Die Natur des Nationalparks ist vielfältig und reichhaltig. Sie entspricht derjenigen der subalpinen und alpinen Stufen unseres Landes. Die alpine Stufe zwischen 2.100 und 2.500 m bietet Pflanzen und Tieren einen vielfältigen Lebensraum. Hier leben sowohl Pflanzen, die eher tiefere Lagen bevorzugen als auch arktisch-alpine Arten, denen das Hochgebirge zusagt.


Diese auf den ersten Blick öde Hochgebirgslandschaft birgt bei näherem Hinsehen eine Fülle spannender Phänomene. Dominiert von Wetter und Erosion, fordert dieser karge Lebensraum von Pflanzen und Tieren maximale Anpassungsfähigkeit. Hochspezialisierte Pflanzenarten haben im Laufe von Jahrmillionen in kleinen Schritten "gelernt", mit den Lebensbedingungen in diesen eisigen Höhen zurechtzukommen. Tiere halten sich meist nur im Sommer im Hochgebirge auf.


Murmeltiere. Bildquelle: © Schweizerischer Nationalpark
Murmeltiere. Bildquelle: © Schweizerischer Nationalpark

[Translate to français:] Man findet im Park rund 650 Arten an höheren Pflanzen (Blütenpflanzen), zu welchen die bunte Vielfalt der prächtigen Alpenblumen gehört, ferner kommen viele tausend Arten an niederen Pflanzen wie Flechten, Moose, Pilze, Farne und Algen vor. Über 5.000 verschiedene Tierarten leben im Park, dazu gehören alle wirbellosen Artengruppen wie z.B. Spinnen, Würmer, Schnecken und alle Insekten, die zusammen ca. 95% des hiesigen Tierlebens umfassen. Zudem ist im Nationalpark ein aussergewöhnlicher Reichtum an Alpentieren wie Gämse, Hirsch, Murmeltier, etc. sowie der seit 1991 wieder angesiedelte Bartgeier anzutreffen.


La réserve élargie est désormais constituée du Parc national suisse, soit une aire centrale strictement protégée, ainsi que du Val Müstair, qui forme à la fois une zone tampon et une aire de transition.