Vieille ville de Berne

Les arcades. Source: © UNESCO
Les arcades. Source: © UNESCO
  • Date d'inscription: 1983
  • Critères: (iii)
  • Canton de Berne

Explication

Site culturel

Site naturel


Lebendiges Zeugnis mittelalterlichen Städtebaus und die längste gedeckte Einkaufspromenade Europas.

 

Das Gebiet der Stadt Bern war bereits in vorgeschichtlicher Zeit und später von Kelten, Römern und Germanen besiedelt.


Im Jahre 1191 gründete Herzog Berchtold von Zähringen die Stadt Bern als Bollwerk seines Reiches gegen Westen. Die Zähringer entstammen einem schwäbischen Adelsgeschlecht, das seit dem 11. Jh. die Grafschaft Breisgau (heute Deutschland, Gebiet nördlich des Rheins an die Schweiz angrenzend) besass. Sie waren grosse Städtebauer, neben Bern erbauten sie zahlreiche weitere Städte, die heute teilweise in der Schweiz (u.a. Freiburg, Thun, Solothurn und Rheinfelden) und teilweise in Deutschland liegen (u.a. Bräunlingen, Freiburg im Breisgau, Neuenburg und Villingen-Schwenningen).

 

Berner Gemütlichkeit. Bildquelle: http://www.cs.berkeley.edu
Berner Gemütlichkeit. Bildquelle: www.cs.berkeley.edu

Bei einer Jagd soll Berchtold befohlen haben, die neue Siedlung nach dem ersten Tier zu benennen, das erlegt würde, so kam Bern zu seinem Wappentier. Noch heute erinnert der Bärengraben bei der Nydeggbrücke an das Wappentier; hier werden seit dem 16. Jh. die Bären sogar gezüchtet. Der bernische Chronist Valerius Anshelm berichtet im Jahre 1513, wie die siegreich aus der Schlacht von Novara heimkehrenden Berner mit den eroberten Fahnen auch einen lebenden Bären als Kriegsbeute in ihrem Triumphzug mitführten.


Der heutige Bärengraben ist die vierte Anlage der Stadt. Sie wurde unter der Leitung des Werkmeisters Friedrich Tschiffeli erbaut und am 27. Mai 1857 feierlich eröffnet. Die Tradition der Grabenhaltung blieb bestehen. Sie stand symbolisch für den Sieg und die Herrschaft des Menschen über das wilde Tier. Zwölf und mehr Bären wurden zeitweise im 3.5 Meter tiefen Graben gehalten.

 

Vom Bärengraben zum BärenPark
Bärenpark-Modell (von Jürg Hadorn, Tierpark Dählhölzli). Bildquelle: http://www.baerenpark-bern.ch
Bärenpark-Modell (von Jürg Hadorn, Tierpark Dählhölzli). Bildquelle: www.baerenpark-bern.ch

Es hat sich gezeigt, dass die Besucherinnen und Besucher die Tierhaltung im Graben zunehmend kritisch beurteilen. In der Überprüfung 2000 des Tourismuskonzepts wurde daher eine Erweiterung des Bärengraben als Schlüsselmassnahme für den Tourismus bezeichnet. Um Vorschläge für eine neue grosse Bärenanlage direkt an der Aare zu erhalten, wurde 2003 ein Projektwettbewerb durchgeführt: das damals siegreiche Projekt "Bären und Berner" bildet die Grundlage für das derzeit umgesetzte Projekt BärenPark (Inbetriebnahme im Juni 2009).

1218 stirbt das Geschlecht der Zähringer aus. Bern wird freie Reichsstadt, das heisst direkt dem Kaiser unterstellt. Man erhält wichtige Privilegien wie die Selbstverwaltung, ein eigenes Gericht und ein eigener Markt. In der Folge immer mächtiger werdend, entwickelt sich Bern zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen (bis 1798). Zwischen 1218 und 20 wurden das Stadttor und damit die erste Form des Zytgloggeturmes errichtet, 1255 - 65 wurde die Westgrenze der Stadt von der Zytglogge zum Käfigturm geschoben. Eine neue Stadtmauer entstand entlang des Bundes-, Bären- und Waisenhausplatzes.


Die Stadt Bern wird auf drei Seiten von der Aare umflossen, auf der vierten Seite wurden eine Mauer und ein Wehrturm (heute Zeitglocken) sowie vorgelagert ein Stadtgraben errichtet. Die Stadt konnte sich so nur in einer Richtung ausdehnen, die Bürger aber wussten dieses Raumproblem geschickt zu lösen, indem sie auf grosszügige Plätze verzichteten und breite Marktstrassen anlegten, welche als charakteristische Merkmale für alle Zähringerstädte gelten.

 

Zytgloggeturm. © http://www.freemedia.ch
Zytgloggeturm. © www.freemedia.ch

Das bekannteste Wahrzeichen Berns ist das Figurenspiel der astronomischen Uhr am Zytgloggeturm. Der Hahn kräht immer vier Minuten vor der vollen Stunde. Dann läutet ein Narrenmännlein den Zug der Bären ein: Trommler und Pfeifer, in den Stadtfarben Schwarz und Rot gekleidet, schreiten aufrecht auf ihren Hinterfüssen vor einem reitenden Meister Petz; dahinter folgen weitere Tiere, die Gewehre, Schwerter und Spiesse tragen. Erst wenn alle Bären vorbeigezogen sind, schlägt den Bürgern von Bern die Stunde.


1350 reichte das Stadtgebiet nicht mehr aus und man erweiterte wieder Richtung Westen. Die äussere Neuenstadt wuchs zwischen dem Käfigturm und dem Christoffelturm, der 1865 abgerissen wurde und dessen Fundamente heute noch in der Bahnhofunterführung beim Aufgang zur Spitalgasse zu sehen sind.


Die im 12. Jahrhundert häufig noch strohgedeckten Berner Holzhäuser waren schmal und klein. Zu ebener Erde befanden sich Werkstätten und Läden, im ersten Stockwerk wohnten die Familien, darüber folgte der Dachboden mit Vorratsräumen und Gesindekammern. Von diesem alten Bern ist heute nichts mehr erhalten, denn 1405 verwüstete ein Brand den grössten Teil der Stadt.

 

  • 1191 wurde Bern von Herzog Berchtold von Zähringen gegründet.
  • 1218 wurde Bern freie Reichsstadt und die erste Stadterweiterung notwendig.
  • 1218-20 wurden das Stadttor und damit die erste Form des Zytgloggeturmes sowie die Befestigungsanlagen auf der Westseite errichtet.
  • 1255-65 wurde die Westgrenze der Stadt von der Zytglogge zum Käfigturm geschoben.
  • 1270 wurde die Burg Nydegg aufgegeben und an ihrer Stelle ein neues Stadtviertel angelegt.
  • 1405 brannte die Stadt mit ihren Holzhäusern ab, daraufhin verordneten die Stadtoberen den Wiederaufbau aus Stein.
  • 1622-34 wurde westlich des Christoffelturmes eine grosse Schanze mit mehreren Bastionen angelegt.
  • 1848 wurde Bern durch das 1. schweizerische Gesamtparlament zur Bundeshauptstadt der Schweiz gewählt.
  • 1892 wurde der stadtbildprägende Münsterturm, mit 100 Metern der höchste in der Schweiz, vollendet.

Die Stadtoberen verordneten den Wiederaufbau aus Stein, seitdem prägt der Sandstein das Berner Stadtbild. Beim Wiederaufbau entdeckte man den Vorteil von Laubengängen und vergrösserte dementsprechend die Häuser. Die Gassen wurden schmaler, der Wohn- und Geschäftsraum nahm zu. Dieser Tradition der Laubengänge, die in den nachfolgenden Zeiten weiter gepflegt wurden, verdankt Bern heute seine rund 6 km Arkaden, die längste gedeckte Einkaufspromenade Europas. Bereits 1479 erwähnte der Chronist Albrecht von Bonstetten "Gassen, die zu beiden Seiten Gewölbe haben, unter denen man trockenen Fusses gehen kann".

 

Panorama-Ansicht Münsterplatz. Bildquelle: http://www.bernvirtuell.ch
Panorama-Ansicht Münsterplatz. Bildquelle: www.bernvirtuell.ch

Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Stadtbrand wurde 1421 mit dem Bau des Berner Münsters St. Vinzenz begonnen. Dass am mittleren Westportal ein bedeutendes Werk der Spätgotik - das "Jüngste Gericht" des Bildhauers Erhard Küng - erhalten geblieben ist, mag dem konservativen Denken der Stadtbewohner zu verdanken sein; jedenfalls hat es 1527 den Bildersturm der Reformation überraschenderweise unbeschadet überstanden. Der stadtbildprägende Münsterturm, mit 100 Metern der höchste in der Schweiz, wurde erst 1892 vollendet.

 

Kramgasse mit Zytglogge. Bildquelle: http://www.rd201.com
Kramgasse mit Zytglogge. Bildquelle: www.rd201.com

In der ersten Hälfte des 17. Jh. wurde westlich des Christoffelturmes eine grosse Schanze mit mehreren Bastionen angelegt. Die Epoche des Barocks und des Rokoko brachte eine stadtbildprägende Renovierungsfreude hervor. Zahlreiche mittelalterliche Gebäude erhielten in der ersten Hälfte des 18. Jh. neue, "moderne" Fassaden.

 

Bundeshaus. Bildquelle: Präsenz Schweiz PRS/Keystone
Bundeshaus. Bildquelle: Präsenz Schweiz PRS/Keystone

Mitte des 19. Jahrhunderts kam neues Leben in die Stadt, indem der Zugang in die Stadt erleichtert wurde. Neben die Untertorbrücke aus dem 15. Jh. wurde auf der Ostseite 1840 - 44 die Nydeggbrücke gesetzt. Nach Norden und Süden überquerten ab dem späten 19. Jh. die Kornhausbrücke und die Kirchenfeldbrücke die Aare. Die streng Ost-West-verlaufende Stadtachse wurde nun von einer Nord-Süd-Verbindung geschnitten. Für das neue Verkehrsmittel Eisenbahn besassen die Berner durch das Schleifen der Schanze günstiges Gelände, und 1858 konnte der erste Bahnhof eingeweiht werden. 1848 wurde Bern durch das erste schweizerische Gesamtparlament zur Bundesstadt der Schweiz gewählt, sichtbarster Ausdruck dieser Funktion ist das im Stil der florentinischen Renaissance erbaute Bundeshaus (1894-1902).