2004: Jahr zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und an ihre Abschaffung

- Logo des Internationalen Jahres zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und an ihre Abschaffung
Die UNESCO hat am 2. November 2001 das Jahr 2004 zum Internationalen Jahr zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und an ihre Abschaffung erklärt.
Damit bekräftigen die Vereinten Nationen ihre feste Entschlossenheit und ihren Willen, den Rassismus und die Rassendiskriminierung vollständig und bedingungslos zu beseitigen, sowie ihre Überzeugung, dass Rassismus und Rassendiskriminierung eine Negierung der Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte darstellen,
Der erniedrigte Mensch
"Der beste Weg, die Menschen niederträchtig zu machen, ist sie zu erniedrigen. Die Sklaverei erniedrigt die Sklaven und deren Meister in gleicher Weise, sie verhärtet die Herzen der Menschen, löscht ihre Moral aus und ebnet den Weg für alle möglichen Katastrophen ..."
(Abbé Grégoire - De la traite et de l'esclavage, 1815)
Bis vor relativ kurzer Zeit war die Sklaverei in vielen Gesellschaften weit verbreitet. So erhielt etwa die IAO 1992 Informationen, wonach offensichtlich die Sklaverei in Mauretanien, obwohl durch Gesetzes-und Verfassungsbestimmungen verboten, noch immer nicht ausgerottet worden ist. Das Fehlen von wirksamen Kontrollmassnahmen und koordinierten Mechanismen im Kampf gegen die Sklaverei haben die erfolgreiche Ausrottung dieser in Wirtschaft und Kultur des Landes tief verwurzelten Praxis behindert.
Auch die Schuldknechtschaft ist nach wie vor ein verbreitetes Übel. Es handelt sich um einen Mechanismus, durch den ein Arbeitgegeber dem Arbeiter einen Lohnvorschuss anbietet, den er von seinem künftigen Einkommen abzahlen muss. Da aber Löhne im allgemeinen ausserordentlich niedrig sind und der Arbeitgeber oft auch noch Beträge für Unterkunft und Werkzeug einbehält, ist der Arbeiter ausserstande, seine Rückzahlungen zu leisten. Der Schuldenberg wächst und der Arbeitgeber fordert, dass er von den Eltern auf die Kinder, ja sogar Enkelkinder übertragen wird. Es gibt Fälle, in denen acht Generationen die Rückzahlung von Schulden Sklavenarbeit leisten mussten.
Dieses Phänomen ist in Südasien und Lateinamerika weit verbreitet, seine Opfer sind zumeist unter den Ärmsten, besonders Angehörigen Eingeborenenstämmen, zu finden. Da sie Analphabeten sind, ist es relativ leicht, sie zu betrügen und über ihre Rechte im unklaren zu lassen.
Text-Quelle: Gekürzte Fassung aus UNESCO-Kurier Nr. 10/1994 'Sklaverei: 200 Jahre nach ihrer ersten Abschaffung'.
Ressourcen
Publikationen
Deutsch
- Reise in Schwarz-Weiss - Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei
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Artikel bei swissinfo.ch - vpod bildungspolitik | Juni 2004 | Ein gesuchtes und völlig nebensächliches Thema
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