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2010: Jahr der biologischen Vielfalt

- Logo des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt
Die UNO hat am 20. Dezember 2006 das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt (IJB) erklärt und das Sekretariat der CBD als Koordinierungsstelle bestimmt.
Dies ist Gelegenheit zu fragen inwiefern es uns bisher gelungen ist, Biodiversität zu bewahren und wo die Herausforderungen der Zukunft liegen.
Aktivitäten der Schweiz zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt
Aktivitäten der Schweiz zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt
Die Schweiz wird sich auf nationaler und internationaler Ebene aktiv am Internationalen Jahr der Biodiversität beteiligen.
Im Rahmen seiner Tätigkeiten zum Schutz der Biodiversität haben der Bund und insbesondere das BAFU den Akzent auf den Artenschutz gelegt, ein Bereich, in dem die Schweiz gemäss den OECD-Berichten Defizite aufweist.
Die Biodiversität wird durch das Monitoringprogramm des Bundes regelmässig evaluiert. Für 2009 ist ein Bericht auf nationaler Ebene und für 2010 einer über die Aktionen der Schweiz auf internationaler Ebene geplant.
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Faktenblatt: Das läuft in der Schweiz
Seit den Zeiten des Aristoteles (384-322 v. Chr.) haben die Menschen immer wieder versucht, die Pflanzen- und Tierwelt unserer Erde zu katalogisieren. Überraschenderweise weiss die Wissenschaft mehr über die Zahl der Sterne in unserer Galaxie als über die Zahl der Arten auf der Erde.
Taxonomisten haben bislang 1.7 Mio. Spezies klassifiziert - ein Bruchteil der gesamten in der Natur vorkommenden Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze usw.). Lediglich Säugetiere, höhere Pflanzen und Vögel hat man bereits relativ gut erforscht. Über die genaue Zahl Arten lässt sich nur rätseln. Die meisten Schätzungen bewegen sich zwischen 8 und 15 Mio., einige Experten halten aber selbst 100 Mio. für denkbar.
Bekannte und geschätzte Anzahl Arten pro Gattung
| Art | bekannt | geschätzte Gesamtzahl | Genauigkeit |
|---|---|---|---|
| Quelle: World Conservation Monitoring Center, Global Environment Outlook 2000 (UNEP, Earthscan) | |||
| Insekten | 950'000 | 8'000'000 | schlecht |
| Pilze | 70'000 | 1'000'000 | schlecht |
| Spinnenartige | 5'000 | 750'000 | schlecht |
| Fadenwürmer | 15'000 | 500'000 | schlecht |
| Viren | 5'000 | 500'000 | sehr schlecht |
| Bakterien | 4'000 | 400'000 | sehr schlecht |
| Pflanzen | 250'000 | 300'000 | gut |
| Einzeller | 40'000 | 200'000 | sehr schlecht |
| Algen | 40'000 | 200'000 | sehr schlecht |
| Weichtiere | 70'000 | 200'000 | mässig |
| Krustentiere | 40'000 | 150'000 | mässig |
| Wirbeltiere | 45'000 | 50'000 | gut |
Einigkeit herrscht bei den Forschern jedoch darüber, dass die Umweltschäden unserer Epoche eine Rekordzahl von Tier- und Pflanzenarten an den Abgrund des Überlebens und darüber hinaus drängen. Verantwortlich für diese Zerstörung ist vorrangig der Homo sapiens.
Ökosysteme: unsere stillen Beschützer
Die Reichtümer der Natur sind unvorstellbar gross und sehr schwierig zu erfassen, denn die Biodiversität beinhaltet alle genetischen Informationen, sämtliche Pflanzen- und Tierarten, den Menschen, die Ökosysteme - die gesamte Biosphäre. Die meisten Menschen halten die enormen Dienste, welche die Ökosysteme "kostenlos" leisten, für selbstverständlich. Sie denken, dass die Natur sie weiter zur Verfügung stellen wird, unabhängig von den Schäden, die ihr zugefügt werden.
Die Ökosysteme erbringen Umweltleistungen, die für das Überleben der Gattung Mensch von grundlegender Bedeutung sind: die Bindung des Kohlenstoffs der Atmosphäre und die Produktion von Sauerstoff, der Schutz der Böden gegen Erosion und die Erhaltung ihrer Fruchtbarkeit, das Ausfiltern von Wasser und das Auffüllen der Grundwasserreservoirs, das Bereitstellen von Akteuren für die Befruchtung oder den Kampf gegen Parasiten usw. Die beiden erstgenannten Umweltleistungen sind eng miteinander verflochten: Sie gründen sich auf die Photosynthese der grünen Pflanzen, angefangen bei den Algen, die Kohlendioxid (CO2) absorbieren und Sauerstoff abgeben.
Millionen von Jahren war das Gleichgewicht zwischen den Gasen in der Atmosphäre stabil. Dann setzten die Menschen im Norden während der industriellen Revolution grössere Mengen fossiler Brennstoffe frei. Heute gelangen jährlich 3 Mrd. t Kohlenstoff in die Luft, und die natürlichen Ökosysteme sind nicht mehr in der Lage, ihn vollständig zu binden. Dies gilt umso mehr, als viele von ihnen in Besorgnis erregender Geschwindigkeit zerstört werden. Zudem werden durch die Abholzung der Wälder enorme Mengen Kohlendioxid und anderer Treibhausgase freigesetzt. Diese Gase sind inzwischen die zweitwichtigste Ursache für die Klimaerwärmung.
Gestörte Wasserkreisläufe
Die Aufnahme von Grundwasser, der Schutz der Böden und das Aufrechterhalten ihrer Fruchtbarkeit sind drei weitere eng miteinander verbundene Funktionen. Die Ökosysteme sind regelrechte "Süsswasserfabriken": Sie absorbieren das Regenwasser, filtern es im Boden, leiten es zu den Bächen, Flüssen, Seen und unterirdischen Reservoirs, aus denen wir das wertvolle Nass beziehen. Wird der pflanzliche Schutzmantel der Erde zerstört, gerät der Wasserkreislauf durcheinander. Der Regen prasselt direkt auf die nackte Erde und trägt riesige Mengen von Nährstoffen mit sich fort. Dies bewirkt die Verschlammung von Talsperren, Seen und Flüssen und Erdrutsche. Beispiele dafür haben wir gerade in jüngster Vergangenheit in Mittelamerika, Mexiko und Mosambik zu sehen bekommen. Wir wissen wenig darüber, wie Ökosysteme funktionieren, und wir sind nicht in der Lage, ihre Reaktionen auf bestimmte Veränderungen, insbesondere des Klimas, vorherzusagen. Wir wissen ebenso wenig, ob eine Art, die an einem bestimmten Ort lebt, überflüssig oder ersetzbar ist. In den meisten Fällen wissen wir nicht einmal, welche Spezies für das Gleichgewicht eines Ökosystems unabdingbar sind.
Noch weniger Kenntnisse haben wir darüber, welche Rolle die biologische Vielfalt für ein Ökosystem und dessen Leistungen spielt. Nehmen wir das Beispiel eines Mischwaldes, der Kohlendioxid absorbiert und damit eine vitale Funktion bei der Begrenzung der globalen Erwärmung ausübt. Nun würde der Wald abgeholzt und durch eine Waldmonokultur ersetzt. Er wird weiter seine Funktion erfüllen, zunächst sogar besser, denn junge, schnell wachsende Bäume absorbieren mehr Kohlendioxid als alte, die sich nur langsam erneuern. Welches sind aber die langfristigen Folgen? Nach einigen Jahrzehnten werden die Folgen des Verlustes biologischer Vielfalt spürbar. Das Ersetzen verschiedener Baumarten durch eine einzige wird zweifellos den Boden auslaugen und langfristig das Wachstum des Waldes verlangsamen. Demzufolge wird sich auch seine Fähigkeit zur Aufnahme von Kohlendioxid verringern.
In einem artenreichen Ökosystem ist im Allgemeinen eine grössere Produktivität zu beobachten. Die Experten sind mit ihren Schlussfolgerungen weiterhin sehr vorsichtig. Dennoch sind sie der Meinung, dass die biologische Vielfalt die Ökosysteme dazu befähigt, dem Eindringen fremder Arten und Krankheiten besser zu widerstehen und sich nach Störungen rascher zu erholen. Im Zweifel ist es jedenfalls besser, so viele verschiedene Ökosysteme wie möglich zu erhalten.
Für eine Weltethik zu Schutz und Erhaltung des Lebens
Die 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete CBD definiert Biodiversität als "Variabilität lebender Organismen aller Lebensräume, darunter terrestrische, marine und andere aquatische Ökosysteme sowie Umweltkomplexe, zu denen diese Organismen gehören; ferner die Vielfalt innerhalb der Arten und die Diversität der Ökosysteme".
Das Regelwerk trat im Dezember 1993 in Kraft und wurde bislang von 193 Staaten ratifiziert, unter denen die USA allerdings fehlen. Im Rahmen dieses einzigartigen Abkommens werden weltweit Massnahmen zu Gunsten der Erhaltung, der nachhaltigen Nutzung und - besonders bemerkenswert - der fairen Aufteilung der Gewinne auf Grund der Biodiversität ergriffen.
Die UNESCO und die CBD pflegen eine langjährige Zusammenarbeit, die Anfang der 1990er Jahre begann, als der Text der Konvention entwickelt wurde. Die UNESCO wurde von den Vertragsstaaten von Beginn weg als Schlüsselpartner in der Umsetzung gesehen, insbesondere durch ihr Programm MAB, die Welterbekonvention, ihre Arbeit in der Umweltbildung und mit der Umsetzung der DBNE.
Am 29. Januar 2000 haben mehr als 130 Staaten in Montreal (Kanada) ein Protokoll über die Biosicherheit beschlossen, das den internationalen Handel mit genetisch veränderten Organismen regelt.
Text-Quelle: Gekürzte Fassung aus UNESCO-Kurier Nr. 5/2000 'Biodiversität'.
Ressourcen
News
Mittwoch, 10. Februar 2010
Fachtagung "Die Biodiversitätsgemeinde"
Am 9. April findet in Bern die zweisprachige Fachtagung "Die Biodiversitätsgemeinde - Naturvielfalt in Gemeinden erleben, erhalten und fördern" statt.
Gemeindevertreter/-innen, Unterhaltsdienste, Umweltbeauftragte und...
Samstag, 30. Januar 2010
Internationales Jahr der Biodiversität
Die UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Die Schweiz ist aktiv auf das Thema eingegangen und stellt eine Vielzahl an Material für Lehrpersonen zur Verfügung. educa hat in seinem Toplink interessante...
Freitag, 22. Januar 2010
Wettbewerb "Biodiversität in der Landwirtschaft"
Auf Initiative und mit Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW, des Bundesamtes für Umwelt BAFU. des Schweizerischen Bauernverbandes und der FondationSur-La-Croix schreiben AGRIDEA und die Schweizerische Hochschule...
Freitag, 22. Januar 2010
UNO-Jahr zur biologischen Vielfalt in Paris eröffnet
Arten und Ökosysteme verschwinden immer schneller
Freitag, 15. Januar 2010
Journée mondiale des zones humides 2010
Manifestation exceptionnelle en faveur de l'Année internationale de la biodiversité de l'ONU. Rendez-vous le mardi 2 février 2010, à 17h à la Salle de la Prillaz (Estavayer-le-Lac).
Mittwoch, 13. Januar 2010
Bundesrat Moritz Leuenberger und Ständeratspräsidentin Erika Forster lancieren das Jahr der Biodiversität
Bundesrat Moritz Leuenberger und Ständeratspräsidentin Erika Forster sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Organisationen haben am 12. Januar 2010 das Internationale Jahr der Biodiversität in der...
Mittwoch, 09. Dezember 2009
Meinungsvielfalt für die Biodiversitätsstrategie Schweiz
Rund 80 Vertreter aus verschiedenen Sektoren diskutierten in Luzern zusammen mit dem Bund über mögliche Lösungsansätze für die Biodiversitätsstrategie Schweiz. Im Zentrum stand das Diskutieren eines breiten Spektrums fachlicher...
Freitag, 20. November 2009
Biodiversität2010.ch
Im Hinblick auf die Lancierung des internationalen Jahres der Biodiversität am 12. Januar 2010 wurde vom Forum Biodiversität gemeinsam mit dem BAFU eine Internetplattform entwickelt. Sie vermittelt die Aktivitäten, welche in der...
Dienstag, 17. November 2009
"Biodiversität" ist im Alltag angekommen
Wenige Wochen vor Beginn des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt 2010 stellt eine Umfrage des Forschungsinstitut gfs.bern fest: Bereits rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung kennt den Begriff...
Samstag, 30. Mai 2009
Neue Daten zur Biodiversität in der Schweiz
Der Zustand der Biodiversität ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. Dies zeigen die neuesten Ergebnisse des Biodiversitäts-Monitorings Schweiz (BDM), die das BAFU mit Blick auf den Internationalen Tag der Biodiversität...
Publikationen
Downloads
Biodiversität und Klima - Konflikte und Synergien im Massnahmenbereich
Zwischen Klimaschutz und der Erhaltung der Biodiversität gibt es in vielen Bereichen Synergien, die allerdings noch nicht vollständig genutzt werden. Rund um diesen Themenkreis haben das Forum Biodiversität und ProClim- zusammen mit namhaften Expertinnen und Experten ein Positionspapier erarbeitet. Es zeigt anhand von konkreten Handlungsempfehlungen auf, wie das Potenzial für Synergien genutzt werden kann und wie mögliche Konflikte zu vermeiden sind. Dabei wurde der Fokus auf Bereiche gelegt, die für die Schweiz von Bedeutung sind, so zum Beispiel die Extensivierung der Landwirtschaft, die Nutzung der Wasserkraft oder eine differenzierte Waldnutzung.
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Bio_Klima_deutsch_leicht.pdf
(1.4 MB)
Biodiversity in UNESCO (2007)
This booklet provides a brief overview of UNESCO's activities in support of global efforts to ensure environmental and socio-economic sustainability through conservation and sustainable use of biodiversity. It is intended to demonstrate that the reversal of the current trend of biodiversity loss and degradation will only be possible if it is tackled in an integrated, interdisciplinary manner that combines different fields, especially those that lie within UNESCO's fields of competence, namely education, science, culture and communication.
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151402.en.pdf
(3.3 MB)
Le jardin de Monsieur Noé (1996) (Résolution pour lecture à l'écran | Bildschirm-Auflösung)
Fichier PDF de la 2e édition de cette brochure publié 1996. | PDF-Datei der 1996 in zweiter Auflage erschienen Broschüre (Französisch).
Le jardin de Monsieur Noé (1996) (Résolution pour impression papier | Druck-Auflösung)
Fichier PDF de la 2e édition de cette brochure publié 1996. | PDF-Datei der 1996 in zweiter Auflage erschienen Broschüre (Französisch).
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Le_jardin_de_Monsieur_Noe_printer.PDF
(32.3 MB)

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