2009: Jahr der Naturfasern

- Logo des Internationalen Jahres der Naturfasern
Die UNO hat am 20. Dezember 2006 das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Naturfasern (IYNF) erklärt.
Die Generalversammlung bittet die FAO, die Begehung des Jahres in Zusammenarbeit mit Regierungen, regionalen und internationalen Organisationen, nichtstaatlichen Organisationen, dem Privatsektor und den zuständigen Organisationen des Systems der Vereinten Nationen zu erleichtern sowie die Generalversammlung über die diesbezüglichen Fortschritte unterrichtet zu halten.
Jedes Jahr ernten Bauern weltweit ungefähr 35 Millionen Tonnen Naturfasern. Diese dienen zur Herstellung von Kleidern, Bodenbelägen und anderen textilen Konsumgütern; die Industrie benötigt Naturfasern zur Herstellung von Papier, Verpackungsmaterialien und Verbundstoffen, welche unter anderem in der Auto-Industrie Verwendung finden.
Die in zahlreichen Ländern gewonnenen Naturfasern sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor (z.B. Beispiel Baumwolle für verschiedene Ländern Ostafrikas, Jute für Bangladesh oder Sisal für Tansania) und lebenswichtig für den Lebensunterhalt und die Nahrungsmittelsicherheit von Millionen von kleinen Bauern und Verarbeitern.
Video (00:07:43)
- Trailer IYNF2009
© FAO/CFC/NZTE
Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Naturfasern in Kleidung, Haushaltsmobiliar, Industrie und Landwirtschaft immer mehr durch Kunstfasern wie Acryl, Nylon, Polyester und Polypropylen ersetzt worden, dies hauptsächlich aus Kostengründen. Im Unterschied zu Naturfasern werden Kunstfasern in Massen petrochemisch erzeugt, exakt nach Kundenwunsch in Bezug auf Stärke, Länge und Farbe.
Die unbarmherzige Konkurrenz von Kunststoffen sowie der gegenwärtige globale Wirtschaftsabschwung presst den Lebensunterhalt von Millionen von Leuten zusammen, die von natürlicher Faser-Produktion und -Verarbeitung abhängen. Deshalb zielt das IYNF darauf auf, das globale Bewusstsein für die Wichtigkeit dieser Naturprodukte zu erhöhen.
Jahresthema 2009: "Faszination Seide. Vom Kokon bis zum Seidentuch."
Die kostbare Seide stammt ursprünglich aus China. Auch der Schweiz brachte die "Königin der Textilien" Arbeitsplätze und Wohlstand. Während der Saison 2009 können Sie diesen faszinierenden Prozess exklusiv auf dem Ballenberg beobachten: Vom Pflücken der Maulbeerblätter über das Füttern der Raupen bis zum Spinnen der Kokons, Abwickeln des Seidenfadens, das Zwirnen, das Färben und das Weben von Tüchern und Seidenbändern.
Das Projekt "Swiss Silk"
Das aus privater Initiative gestartete Projekt Swiss Silk beabsichtigt, die Produktion von Seide in der Schweiz wieder zu beleben.
Ziel ist die Schaffung von (Neben-)Einkommen in der Landwirtschaft und die Stärkung der Textilindustrie Schweiz.
© Schweizer Fernsehen SF

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