Qualität der Bildung
Ziel des Projekts ist es, einen Überblick über die verschiedenen Konzepte oder Definitionen von Bildungsqualität (UNESCO, OECD, usw.) zu gewinnen und alternative, stärker qualitativ ausgerichtete Evaluationssysteme zu identifizieren / fördern, die zur Beurteilung der Qualität von Bildungsangeboten mehrere Dimensionen erfassen. Damit soll den Lernenden der Erwerb von emanzipatorischen Fähigkeiten ermöglicht werden.
Mitglieder der Projektgruppe
Mitglieder der Projektgruppe
- Pierre Varcher, Enseignant, formateur, responsable
- Dieter Schürch, Prof. Dr., Laboratorio di ingegneria dello sviluppo LISS
- Emanuel Müller, Professor, lic. phil. I, Projektleiter / Dozent Institut WDF, Leitung Team Soziokultur, HAS Hochschule für Soziale Arbeit Luzern
- Monica Gather Thurler, Professeure adjointe, Faculté de psychologie et des sciences de l'éducation, Université de Genève
- Valérie Liechti, Dr. rer. pol., Collaboratrice scientifique, OAQ
- Marie-Luce Fiaux, Erziehungsberaterin, Sektion Soziale Entwicklung, DEZA
- Fabienne Lagier, Erziehungsberaterin, Sektion Soziale Entwicklung, DEZA
- Claudio Del Don
Koordinator QE für die Schweizerische UNESCO-Kommission
Die Personen, deren Namen kursiv geschrieben sind, sind nicht Mitglied der Schweizerischen UNESCO-Kommission, arbeiten jedoch aktiv in der Gruppe mit.
Begründung
Begründung
Die Frage, was Bildungsqualität tatsächlich ist, löst zahlreiche Diskussionen aus. Von einer Antwort sind wir noch weit entfernt.
Die OECD und andere internationale Organisationen begnügen sich damit, Diskussionen über die erforderliche Wirksamkeit von Bildungssystemen zu führen. Dabei konzentrieren sie sich auf die Entwicklung von Kompetenzen, die den Gesetzen des Wettbewerbs und der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt unterliegen. Aufgrund dieser einseitigen Betrachtungsweise werden Kompetenzen anhand des Outputs, das heisst des kognitiv erworbenen Wissens, gemessen. Gewiss sind diese internationalen Evaluationen wichtig, insbesondere wenn sie dazu verwendet werden, die Ungleichheiten der Bildungssysteme (unterschiedliche Ergebnisse aufgrund der sozioökonomischen Situation der Eltern, eines ländlichen oder urbanen Umfelds usw.) aufzuzeigen. Solche Evaluationssysteme sind jedoch einseitig und einschränkend.
Laut UNESCO müssen sich die Zielsetzungen eines Bildungssystems an menschlichen und sozialen Zielen orientieren, dazu gehören kulturelle Vielfalt, Menschenrechte, Kultur, Frieden und Nachhaltigkeit. Diese grundlegenden Elemente müssen bei der Festlegung der Qualitätskriterien für Bildung und folglich auch für die Evaluation derselben berücksichtigt werden.
Es ist beunruhigend festzustellen, dass Evaluationsansätze, die nicht auf der kausalen und linearen Logik von messbaren In- und Outputs beruhen, am Verschwinden sind, ebenso wie die Forschung, die sie begründet und weiterentwickelt hat. Letztere wird immer häufiger ignoriert, wenn nicht sogar diskreditiert.
Die Schweizerische UNESCO-Kommission will mit einem schweizerischen Beitrag zur Debatte rund um die Bildungsqualität die Anliegen der UNESCO stärker einbringen.
Projektziele
Projektziele
- Die Problematik, die sich heute in der Schweiz im Zusammenhang mit der Qualität von Bildung sowie der Evaluation dieser Qualität stellt, soll unter Berücksichtigung der Werte, die von den betroffenen Akteuren als massgebend/relevant betrachtet werden, erfasst und aufgezeichnet werden:
- Bestandesaufnahme
- Identifikation der Widersprüche und Hindernisse der unterschiedlichen Evaluationsansätze zur Qualitätsmessung.
- Die gegenwärtige Problematik, die sich in der Schweiz rund um die Qualität von Bildung und die Evaluation derselben stellt, soll in einen globaleren Kontext gestellt werden, das heisst, es sollen ebenfalls Erfahrungen mit Entwicklungs- und Transitionsländern und die Rolle der internationalen Zusammenarbeit im Bildungsbereich einfliessen.
- Es soll eine breite Debatte eröffnet werden, an der sich zahlreiche Partner (einschliesslich Entscheidungsträger) beteiligen. Sie soll die für die Bildungsqualität ausschlaggebenden Faktoren sowie mögliche alternative für die Evaluation dieser Qualität thematisieren. Es wird ein Prozess angestossen, der zur gemeinsamen Schaffung einer breit abgestützten Vision der Bildungsqualität und deren Evaluation führen soll, in welcher die "Ermächtigung" (empowerment) der betroffenen Akteure im Vordergrund steht.
- Alternative Methoden zur Festlegung der Qualität von Bildung und zur Evaluation derselben sollen aufgezeigt und aufgewertet werden; deren Anwendung soll vorangetrieben werden, insbesondere im Rahmen der DBNE.
- Die Überlegungen und Diskussionsergebnisse sollen Verbreitung finden – innerhalb der UNESCO, bei den schweizerischen Partnern der Entwicklungszusammenarbeit und bei strategischen Partnern im Süden. Die Arbeit dieser Projektgruppe soll in den internationalen Foren, in denen diese Frage behandelt wird, einfliessen.
Die Partner
Die Partner
Dieses Projekt wird gemeinsam von der DEZA und der Schweizerischen UNESCO-Kommission durchgeführt.
Die Arbeitsgruppe setzt sich aus DEZA-Mitarbeitenden und fünf Kommissionsmitgliedern zusammen.
Weitere Partner werden je nach Entwicklung und Bedürfnissen des Projekts integriert.
Umsetzung während des Zeitraums 2008-2010
Umsetzung während des Zeitraums 2008-2010
- 2008 diente zur Erfassung der Problematik und zum Aufbau einer Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der DEZA.
- Bis September 2009 liegen eine Bestandsaufnahme sowie Grundlagendokumente vor. Es wurde ein Pflichtenheft ausgearbeitet für den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, der oder die sich mit dieser Aufgabe befassen wird, und er oder sie wurde bestimmt.
- Im Herbst 2009 wird ein Workshop stattfinden. Dort soll die Bestandsaufnahme präsentiert und gutgeheissen, aber auch die Problematik klar umrissen werden. Zudem liegt eine Liste mit den Akteuren und Entscheidungsträgern vor, die zum geplanten Symposium eingeladen werden.
- Im Herbst 2010 wird ein Symposium durchgeführt, an dem möglichst viele Akteure und Entscheidungsträger teilnehmen sollen. Dort werden eine oder mehrere Fragen thematisiert, die für die Schweiz relevant sind, die aber auch in der Entwicklungspolitik – im Rahmen der Millenniumsentwicklungsziele oder Bildung für Alle – ein grosses Echo haben.
- Ab Herbst 2010 ist die Verarbeitung der Ergebnisse des Symposiums sowie die Bildung eines Netzwerks von Personen und Organisationen geplant, die an einem gemeinsam Prozess interessiert sind, der ausgehend von den diskutierten Themen am Symposium und den dort getroffenen Schlussfolgerungen zu einer operationellen Umsetzung im Feld führen soll.
Ressourcen
Archivierte News
Donnerstag, 28. Mai 2009
Jahresberichte 2007 und 2008 erschienen
Der Jahresbericht informiert über die Ziele und Tätigkeiten der Schweizerischen UNESCO-Kommission.

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