Ethik der Neurotechnologien

Die raschen Fortschritte in den Neurotechnologien – Technologien, die eine Interaktion mit dem Gehirn und dem Nervensystem ermöglichen – eröffnen bedeutende Perspektiven, insbesondere im medizinischen Bereich, werfen jedoch auch neue ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen auf. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und sicherzustellen, dass diese Innovationen die Menschenrechte und die Würde des Menschen respektieren, hat die UNESCO im November 2025 die erste globale Empfehlung zur Ethik der Neurotechnologien verabschiedet.

Designed by Freepik

Dieser normative Rahmen soll Staaten, Forschende und private Akteure dabei unterstützen, die Entwicklung und Nutzung dieser Technologien im Einklang mit den Grundrechten zu gestalten, insbesondere im Hinblick auf mentale Privatsphäre, Autonomie und Gedankenfreiheit.

In diesem internationalen Kontext trägt die Schweizerische UNESCO-Kommission (SUK) dazu bei, die Reflexion und den Dialog über die ethischen Implikationen der Neurotechnologien in der Schweiz zu fördern. Sie unterstützt insbesondere akademische Initiativen und Diskussionsplattformen, die Forschende, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie die Zivilgesellschaft zusammenbringen, um Fragen im Zusammenhang mit neuen Technologien und Menschenrechten zu diskutieren.

Veranstaltungen

Die SUK hat zudem die Schirmherrschaft über die Buchvernissage des Werkes The Cambridge Handbook of Information Technology, Life Sciences and Human Rights übernommen, die an der EPFL stattfand und von einer Roundtable-Diskussion mit dem Titel AI, Biotechnology and Human Rights begleitet wurde, an der Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen teilnahmen. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, die Wechselwirkungen zwischen künstlicher Intelligenz, Biotechnologien und Menschenrechten sowie die ethischen Herausforderungen neuer technologischer Entwicklungen zu erörtern.

Darüber hinaus beteiligte sich die SUK an der Organisation einer regionalen UNESCO-Konsultation für Westeuropa, die der Ausarbeitung der Empfehlung zur Ethik der Neurotechnologien gewidmet war. Die Konsultation fand an der EPFL statt und wurde in Zusammenarbeit mit akademischen Partnern organisiert. Sie brachte Expertinnen und Experten sowie weitere Interessengruppen zusammen, um regionale Perspektiven einzubringen und den internationalen Prozess zu unterstützen, der 2025 zur Verabschiedung der Empfehlung führte. Diese Diskussionen verdeutlichen die Bedeutung eines multilateralen und interdisziplinären Dialogs bei der Entwicklung von Technologien mit weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen.