Die UNESCO
Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization – Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) ist eine der 16 Sonderorganisationen der Vereinten Nationen. Sie wurde 1945 gegründet, hat ihren Sitz in Paris und zählt 194 Mitgliedstaaten (Stand: 14.07.2025). Ihre Aufgabe ist es, durch die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information zum Frieden und zur Sicherheit beizutragen.

Grundlagen der UNESCO
Der Leitsatz der UNESCO lautet:
„Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“
Dieser Satz, der im Präambeltext der UNESCO-Verfassung enthalten ist, die am 16. November 1945 in London von 37 Staaten unterzeichnet wurde, bringt die Überzeugung zum Ausdruck, dass ein dauerhafter Frieden auf der intellektuellen und moralischen Solidarität der Menschheit beruht – und nicht allein auf wirtschaftlichen oder politischen Vereinbarungen.

Die Verfassung der UNESCO trat am 4. November 1946 in Kraft. Ihr Symbol, das 1954 offiziell angenommen wurde, stellt eine stilisiertes griechisches Tempelportal dar: Die Buchstaben des Akronyms „UNESCO“ bilden sechs Säulen, die einen Giebel tragen. Als Symbol des Wissens und des Gleichgewichts zwischen Wissenschaft und Kultur steht dieses Emblem für den Anspruch und die Tragweite der von der UNESCO übernommenen Mission der „intellektuellen Zusammenarbeit“ nach dem Zweiten Weltkrieg.
Als Sonderorganisation im System der Vereinten Nationen verfügt die UNESCO über eigene gesetzgebende und ausführende Organe, ein Sekretariat sowie einen eigenen Haushalt. Sie arbeitet mit den Vereinten Nationen und anderen Sonderorganisationen über den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) zusammen, gemäss den Artikeln 57 und 63 der UN-Charta. Diese definieren Sonderorganisationen als autonome zwischenstaatliche Organisationen mit weitreichenden internationalen Aufgaben in den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Bildung, Kultur, öffentliche Gesundheit und verwandten Bereichen.
Vielfätige Aufgaben
Die UNESCO ist ein Forum des Dialogs, in dem die Mitgliedstaaten gemeinsam an der Verwirklichung von Zielen von gemeinsamem Interesse arbeiten. Durch ihre verschiedenen Funktionen leistet sie einen konkreten Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit und Entwicklung in ihren Tätigkeitsfeldern.
Diese Funktionen umfassen insbesondere:
- Normative Funktion: Die UNESCO erarbeitet völkerrechtliche Instrumente – Erklärungen, Empfehlungen und Übereinkommen –, die von den Mitgliedstaaten verabschiedet werden, und legt internationale Normen und Leitlinien in ihren Kompetenzbereichen fest.
- Koordinationsfunktion: Sie fördert die internationale Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information und erleichtert den Austausch von Wissen und Fachkompetenz zwischen Staaten und Partnern.
- Umsetzungsfunktion: Die Organisation führt Programme und Projekte durch, um die Kapazitäten der Mitgliedstaaten zu stärken, Forschung zu unterstützen und Bildungs-, Wissenschafts- und Kultursysteme weiterzuentwickeln.
- Förderfunktion: Die UNESCO setzt sich für universelle Werte wie Meinungsfreiheit, kulturelle Vielfalt und Gleichstellung der Geschlechter ein, unter anderem durch Kampagnen, Publikationen, Veranstaltungen und internationale Aktionstage. Zudem gibt sie die Zeitschrift UNESCO Courier heraus.
- Technische und finanzielle Unterstützungsfunktion: Sie unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Politiken und Programmen durch Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie gezielte finanzielle Beiträge.
- Datensammlung und -verbreitung: Die UNESCO erhebt und verbreitet Daten und Analysen zu globalen Entwicklungen und bewährten Praktiken. Das UNESCO-Institut für Statistik (UIS) spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen für die öffentliche Politik.
- Partnerschaften: Die UNESCO arbeitet mit internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, akademischen Einrichtungen und anderen Akteuren zusammen, um die Wirkung ihrer Aktivitäten zu verstärken.
