Die Schweiz in das UNESCO-Komitee für immaterielles Kulturerbe gewählt

Die Schweiz wurde in das Zwischenstaatliche Komitee der UNESCO für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes gewählt. Die Wahl fand am 10.9. 2020 anlässlich der Vollversammlung der 178 Vertragsstaaten des Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes statt. Zum ersten Mal wird die Schweiz während vier Jahren in diesem Komitee aus 24 Staaten Einsitz nehmen.

Als zentrales Organ für die Umsetzung des Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes von 2003 legt das Zwischenstaatliche Komitee die Strategien zur Bewahrung und Vermittlung des lebendigen Kulturerbes fest. Es ist zuständig für die Umsetzung des Übereinkommens und entscheidet insbesondere über die Aufnahmen in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Die Schweiz hat das Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes 2008 ratifiziert. Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat im Anschluss ein nationales Inventar der lebendigen Traditionen erstellt, Sensibilisierungsprojekte für das lebendige Kulturerbe lanciert und die Aufnahme von sechs Elementen in die Repräsentative Liste der UNESCO begleitet.

Als Mitglied des Komitees wird die Schweiz aktiv an der Förderung des lebendigen Kulturerbes mitarbeiten und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das gefährdete immaterielle Kulturerbe legen, in Übereinstimmung mit der 2019 verabschiedeten Strategie des Bundesrats zum Schutz des gefährdeten Kulturerbes. Das BAK und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) begleiten gemeinsam die Arbeiten des Komitees.

Europäische Tage des Denkmals – 12. und 13. September 2020

Die diesjährigen Denkmaltage laden unter dem Patronat von Bundesrat Alain Berset zur Debatte über «Weiterbauen – Verticalité – Costruire nel costruito – Construir en il construì» ein.

Die Denkmaltage 2020 greifen brandaktuelle Fragen aus der Debatte rund ums Verdichten auf. Sie gehen dem Interessenkonflikt zwischen dem Schutz des baukulturellen Erbes, den Bedürfnissen der Menschen und der inneren Verdichtung nach. Rund 300 kostenlose Führungen, Spaziergänge, Ateliers oder Gesprächsrunden stehen in der ganzen Schweiz zur Auswahl.

10 Mio. Menschen werden gemäss Schätzungen 2045 in der Schweiz leben. Alle diese Menschen wollen wohnen, arbeiten und sich erholen. Ihr Bedürfnis nach Wohnfläche und Mobilität steigt kontinuierlich. Gleichzeitig soll dem Siedlungswachstum Einhalt geboten werden. Immer noch werden jeden Tag acht Fussballfelder verbaut. Statt «bauen auf der grünen Wiese» lauten die Zauberworte: Siedlungsentwicklung nach innen und vertikale Verdichtung. Damit sich die Menschen in einem verdichteten Umfeld wohl fühlen, muss mit hoher Qualität weitergebaut werden. Dazu gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit dem baukulturellen Erbe.

Die Denkmaltage 2020 präsentieren Best-Practice-Beispiele zum Anbauen, Aufstocken, Transformieren, Neubauen.

Das Programm der Denkmaltage finden Sie hier unter www.hereinspaziert.ch.

Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen: Dritter Bericht der Schweiz an die UNESCO

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai 2020 den dritten Bericht der Schweiz über die Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen verabschiedet. Der Bericht über die Periode 2016-2019 präsentiert eine Auswahl guter Praktiken zur Förderung der Vielfalt und weist auf die Herausforderungen hin, die es noch zu bewältigen gilt. Die nächste Bilanz ist für 2023 geplant.

Das Übereinkommen der UNESCO vom 20. Oktober 2005 über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen wurde von der Schweiz 2008 ratifiziert. Eines der Ziele des Übereinkommens ist die internationale Anerkennung kultureller Güter und Dienstleistungen als Träger von Sinn und Identität. Mit dem Beitritt hat sich die Schweiz verpflichtet, alle vier Jahre einen Bericht über die erzielten Fortschritte zu veröffentlichen.

Der dritte Bericht der Schweiz gibt Auskunft über verschiedene zwischen 2016 und 2019 ergriffene Massnahmen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen im In- und Ausland. Besondere Beachtung wurde den Kulturförderungsmassnahmen, der Frage der Grundrechte, den Initiativen zur Teilhabe der Frauen und Jugendlichen am kulturellen Leben sowie den Projekten der internationalen Zusammenarbeit und der nachhaltigen Entwicklung geschenkt.

Der Bericht präsentiert viele Projekte des öffentlichen Sektors wie das Programm «Jugend+Musik», das den Zugang der Jugendlichen zum Musikunterricht erleichtert, oder den Grundsatz des «Kulturprozents», mit dem die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) die Kultur in ihren Partnerländern fördert. Aufgeführt werden auch die wichtigsten Projekte der Organisationen der Zivilgesellschaft, beispielsweise die Initiative «Diversity Roadmap», die Musiklokale egalitärer und zugänglicher machen will.

Der periodische Bericht wurde vom Bundesamt für Kultur (BAK) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) aufgrund einer Konsultation der Kantone, der Städte, der Zivilgesellschaft und der verschiedenen betroffenen Bundesämter, mit der Unterstützung der Schweizer Koalition für die kulturelle Vielfalt erstellt.

 

«Farben» stehen im Zentrum der Europäischen Tage des Denkmals 2019 in der Schweiz

Der Pavillon Le Corbusier in Zürich. © Archäologie und Denkmalpflege Kanton Zürich
Der Pavillon Le Corbusier in Zürich. © Archäologie und Denkmalpflege Kanton Zürich

Dörfer und Städte benötigen Farbkonzepte. Oft wird die Bedeutung von Farben in der Raumplanung vernachlässigt. Dies ist Anlass für die Denkmaltage am 14./15. September 2019, ihr Augenmerk auf diesen Aspekt unseres Kulturerbes zu richten. An über 400 Orten rücken sie mit rund 1000 Veranstaltungen Farben in den Vordergrund.

«Farbe ist keine Nebensache, darum sollten wir bewusster damit umgehen. Gerade bei den heutigen Herausforderungen der Raumplanung spielt die Farbe eine wichtige Rolle», sagt JeanFrançois Steiert, der Präsident der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE und Staatsrat des Kantons Freiburg. Das Gestalten unserer Dörfer und Städte braucht einen bewussten Umgang mit ihrer Farbigkeit. Stimmt das Material, stimmt der Farbton, fühlen wir uns wohl. Gerade bei der heutigen Herausforderung, Verdichtung mit guter Lebensqualität zu verbinden, setzt die Verbundenheit zu einem Ort voraus, dass wir das Neue auf gelungene Weise mit dem Bestehenden verbinden — auch farblich. «Farben tragen zur Identität bei», so Steiert, «sie sind Teil unserer gebauten Umwelt. Wir müssen Mut zur Farbe haben und sie gleichzeitig so sorgfältig einsetzen, wie wir auch unsere eigenen vier Wände einrichten.»

Am zweiten Septemberwochenende 2019 stehen in der ganzen Schweiz die Türen zu Kulturerbestätten aller Epochen offen. Die Besucherinnen und Besucher der Denkmaltage machen sich auf die Suche nach Farbspuren und erfahren, wie Architektinnen, Denkmalpfleger, Stadtplanerinnen oder Restauratoren-Konservatoren Farben gezielt einsetzen. Ob Bewohnerin, Enthusiast, Fachperson und Familien: Unter dem Patronat von Bundesrat Alain Berset ermöglichen die Denkmaltage, in der ganzen Schweiz an kostenlosen Führungen, Spaziergängen, Ateliers oder Gesprächsrunden teilzunehmen.

Hereinspaziert! www.hereinspaziert.ch

Internationales Symposium: nach Le Corbusier, Horta und Gaudí, bald Wright und Plečnik bei der UNESCO?

Photo: © Claudio Merlini.

Werke von Le Corbusier, Victor Horta und Antoni Gaudi wurden in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, die von Frank Lloyd Wright und Jože Plečnik könnten bald Gegenstand von Kandidaturen sein: Was sind die Herausforderungen einer solchen Eintragung? Wie kann man dann die Verwaltung dieser seriellen Architekturwerke sicherstellen? Ein internationales Expertengremium wird sich am 19. September 2018 in Genf mit diesem Thema befassen.

Das Symposium findet im Rahmen der Jahrestagung der Ständigen Konferenz für das Management der Arbeit von Le Corbusier statt. Beide Veranstaltungen werden vom Bundesamt für Kultur organisiert.

Le Corbusier Internationales Symposium. Victor Horta. Antoni Gaudí. Frank Lloyd Wright. Jože Plečnik. Welterbe, Genf, 19. September 2018, 10h-17h, Centre de l’Espérance 8, rue de la Chapelle, Genf.

Programm, Simultanübersetzung Französisch-Englisch.

Kostenlose Registrierung unter cynthia.dunning@archaeoconcept.com

Website dokumentiert umfassend die lebendigen Traditionen in der Schweiz

Die aktualisierte «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» ist nun als Web-Inventar mit umfassender Dokumentation zugänglich. Das Web-Inventar versammelt in allgemeinverständlicher Sprache Wissenswertes zu 199 bedeutenden Formen des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz. Die Texte werden ergänzt durch zahlreiche Ton-, Bild- und Filmdokumente.

Mit ihrem Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes im Jahr 2008 verpflichtete sich die Schweiz, ein Inventar ihres immateriellen Kulturerbes zu erarbeiten und regelmässig zu aktualisieren. Ziel der Inventarisierung ist es, die Anerkennung, Aufwertung und Bewahrung des immateriellen Kulturerbes zu fördern. Eine erste Fassung des Inventars wurde 2012 unter dem Titel «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» publiziert.

Für die Aktualisierung dieser Liste wurden die bestehenden Einträge überprüft und verbessert. Bei den 34 Neueinträgen von 2017 lag der Akzent auf lebendigen Traditionen im städtischen Kontext. Beispiele sind die Wohnbaugenossenschaften, die Technokultur und das Stadtgärtnern in Zürich, die Selbstverwaltung des Autonomen Jugendzentrums AJZ in Biel, die Grossen Berner Renntage, die Revue genevoise, die Sculpture et constructions en neige in La Chaux-de-Fonds oder die Openair-Festivalkultur, die in der gesamten Schweiz gepflegt wird.

Wie bei der ersten Inventarisierung arbeiteten bei der Aktualisierung der Liste Bund und Kantone zusammen. Der Bund koordinierte das Gesamtvorhaben mit fachlicher Unterstützung der Hochschule Luzern. Die Kantone identifizierten ihre lebendigen Traditionen und machten rund 90 Vorschläge für die nationale Liste. Dabei griffen die Kantone auch Vorschläge aus der Bevölkerung auf. Eine Steuergruppe diskutierte diese Vorschläge und traf eine Auswahl. Der Steuergruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Kantone, der Städte, der Schweizerischen UNESCO-Kommission, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia sowie wissenschaftliche Fachpersonen an. Die Steuergruppe berücksichtigte neben städtischen Traditionen insbesondere Vorschläge, die auf der vorhandenen Liste bislang nicht vertretene Aspekte und Themen aufweisen. Die aktuelle Liste umfasst 199 Einträge.

Die detaillierten Dossiers zu allen Traditionen, die man im Web-Inventar der lebendigen Traditionen findet, haben Fachpersonen im Auftrag der kantonalen Kulturstellen erstellt. Die Dossiers geben einen anregenden Einblick in die grosse Vielfalt der Traditionen, von mündlich überlieferten Traditionen über gesellschaftliche Praktiken, Rituale, Feste bis zu traditionellen Handwerkstechniken und Praktiken im Umgang mit der Natur.

Das Web-Inventar zur «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» findet man unter www.lebendige-traditionen.ch.

 

Europäische Tage des Denkmals | Ohne Grenzen

Weder Pass noch Visum sind nötig, um bei der diesjährigen Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals dabei zu sein. Ob Bewohnerin, Enthusiast, Fachperson oder Neugierige: Wer im September 2018 die Reise wagt, gewinnt Einblicke hinter die Kulissen historischer Baudenkmäler der Schweiz.

Nicht wie gewohnt an einem einzigen, sondern gleich an vier Wochenenden im September finden die Europäischen Tage des Denkmals dieses Jahr statt. Unter dem Motto «Ohne Grenzen» präsentiert jeweils eine Region ihr kulturelles Erbe und lädt Nachbarn zu einem Besuch ein. Anlass für das spezielle Format sind der fünfundzwanzigste Geburtstag der Denkmaltage in der Schweiz und das Europäische Kulturerbejahr 2018. Patronatsherr ist wiederum Bundesrat Alain Berset.

Die Schweiz ist stark durch lokale Eigenheiten geprägt: Dialekte, Landschaften, Baustile und Bräuche sind aus den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsweisen der Menschen entstanden. An den vier Denkmaltage-Wochenenden bieten sich an rund tausend Veranstaltungen Gelegenheiten, regionale Besonderheiten kennenzulernen, aber auch neue, überraschende Zusammenhänge zu entdecken.

Das Thema «Ohne Grenzen» lädt Besuchende der Denkmaltage 2018 ein, Grenzen nicht nur geographisch, sondern auch sprachlich, chronologisch, materiell oder sozial zu überschreiten. Wie entwickeln wir unser Kulturerbe für künftige Generationen weiter? Wie gehen wir mit jungen Denkmälern um? Was sehen Kinder oder Migrantinnen, wenn sie vor einem Baudenkmal stehen?

Durchführbar werden die Europäischen Tage des Denkmals in der Schweiz dank der namhaften Beiträge vom Bundesamt für Kultur BAK, der Schweizerischen Stiftung Pro Patria und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW. Partner sind 2018 der Bund Schweizer Architekten BSA, der Verband historischer Eisenbahnen Schweiz HECH, die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA, die Schweizerische UNESCO-Kommission und der Schweizerische Verband für Konservierung und Restaurierung SKR. Die Ausgabe 2018 der Denkmaltage wird ebenfalls unterstützt durch die Ernst Göhner Stiftung, die Prof. Otto Beisheim-Stiftung und die Sophie und Karl Binding Stiftung. Offizieller Sponsor ist die Max Schweizer AG. Die Fachstellen für Archäologie und Denkmalpflege, die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE sowie weitere am Kulturerbe interessierte Organisationen und Personen laden Sie herzlich ein.

Entdecken Sie das Programm der Europäischen Tage des Denkmals.

kulturerbejahr2018.ch

Europäisches Kulturerbejahr