Der Freiburger Frieden von 1516: Die beiden Originalexemplare nach mehr als fünf Jahrhunderten wieder vereint

Mehr als fünf Jahrhunderte nach ihrer Unterzeichnung wurden die beiden Originalexemplare des Vertrags über den Ewigen Frieden von Freiburg ausnahmsweise wieder in jener Stadt zusammengeführt, in der der Vertrag 1516 geschlossen worden war. Mit einer offiziellen Feier am 3. September 2026 wurde ihre Aufnahme in das internationale UNESCO-Register «Memory of the World» gewürdigt.

Der am 29. November 1516 zwischen dem französischen König Franz I. und den XIII eidgenössischen Orten nach den Italienischen Kriegen und der Schlacht bei Marignano geschlossene Freiburger Frieden setzte mehreren Jahren der Konfrontation ein Ende. Er ging jedoch über ein blosses Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten hinaus.

Für seine Zeit modern konzipiert, regelte der Vertrag auch den Umgang mit Streitigkeiten, die künftig zwischen den Parteien entstehen könnten. Zunächst sollten diese versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen. Scheiterte dies, war der Streit Schiedsrichtern zu unterbreiten, die von den jeweiligen Parteien bestimmt wurden. Konnten sich diese nicht einigen, sollte durch den Beizug eines Dritten eine Entscheidung ermöglicht werden.

Der Vertrag sah damit Wege vor, künftige Meinungsverschiedenheiten beizulegen, ohne erneut zu den Waffen zu greifen. In dieser Hinsicht ist er ein bedeutendes Zeugnis für die Geschichte der internationalen Beziehungen und die Entwicklung von Mechanismen zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten.

Wieder vereint, wo sie einst besiegelt wurden

Der Vertrag ist in zwei übereinstimmenden Exemplaren überliefert: Das eine, in deutscher Sprache verfasst und für die damaligen XIII eidgenössischen Orte bestimmt, wird im Staatsarchiv Freiburg aufbewahrt; das andere, in lateinischer Sprache verfasst und dem französischen König Franz I. übergeben, befindet sich heute in den Archives nationales de France.

Die Aufnahme der beiden Dokumente in das internationale UNESCO-Register «Memory of the World» im Jahr 2025 ist das Ergebnis einer gemeinsam vom Staatsarchiv Freiburg und den Archives nationales de France vorbereiteten Kandidatur, die anschliessend von der Schweizerischen UNESCO-Kommission bei der UNESCO eingereicht wurde. Zur Feier dieser Anerkennung wurden die beiden Exemplare im September 2026 erstmals seit 1516 wieder in Freiburg zusammengeführt – an jenem Ort, an dem der Vertrag ausgearbeitet und seine beiden Exemplare besiegelt worden waren.

© Etat de Fribourg

Eine schweizerisch-französische Feier

Die Aufnahme in das Register wurde am 3. September im Rathaus von Freiburg im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Schweiz und Frankreichs offiziell gefeiert.

An der Feier nahmen unter anderem Bundespräsident Guy Parmelin, Nationalratspräsident Pierre-André Page, der Freiburger Staatsratspräsident Philippe Demierre, Grossratspräsident Bruno Marmier und die französische Botschafterin in der Schweiz Marion Paradas teil.

Die schweizerische und die französische UNESCO-Kommission waren durch ihre Präsidenten Thomas Zeltner und Michèle Ramis vertreten. Bei dieser Gelegenheit überreichte Thomas Zeltner Philippe Demierre die Urkunde über die Aufnahme des Freiburger Friedens in das internationale UNESCO-Register «Memory of the World».

In seiner Rede ging Bundespräsident Guy Parmelin auf die historische Bedeutung des Vertrags und seine heutige Resonanz ein:

„Durch dieses Gleichgewicht, diese Architektur gegenseitiger Verpflichtungen und dieses organisierte Vertrauen vermittelt das Abkommen von 1516 – in der Sprache seiner Zeit – eine bemerkenswerte Einsicht: Ein dauerhafter Frieden beruht nicht darauf, den anderen auszulöschen, sondern anzuerkennen, was dieser legitimerweise erwarten darf.“
Auszug aus der Rede des Bundespräsidenten vom 3. September 2026 (im französischen Original gehalten)

Begegnung mit der Öffentlichkeit

Die Aufnahme in das internationale Register dient nicht allein der Anerkennung des Werts und der Bedeutung eines Dokuments. Das 1992 von der UNESCO ins Leben gerufene Programm «Memory of the World» setzt sich für die Erhaltung des dokumentarischen Erbes, dessen Zugänglichkeit und ein stärkeres Bewusstsein für seine Bedeutung ein.

In diesem Sinne wurden die beiden Originale am 5. September im Rahmen eines Tags der offenen Tür im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert. Die Besucherinnen und Besucher konnten die beiden Vertragsexemplare nebeneinander betrachten und sich von französischen und schweizerischen Fachleuten deren Bedeutung erläutern lassen.

Diese aussergewöhnliche Zusammenführung erinnert daran, dass das dokumentarische Erbe nicht nur der Vergangenheit angehört. Es zu bewahren, zugänglich zu machen und die darin enthaltene Erinnerung weiterzugeben, ermöglicht heutigen und künftigen Generationen, die Geschichte, von der es Zeugnis ablegt, besser zu verstehen.

© Etat de Fribourg

Regionaler UNESCO-Dialog: Neue Formen der Zusammenarbeit und Vereinbarungen im Bereich der Rückgabe und Restitution von Kulturgütern, 16.–17. September 2026

© Museum Rietberg/Rainer Wolfsberger

Fragen im Zusammenhang mit der Rückgabe und Restitution von Kulturgütern gewinnen in den internationalen Diskussionen zunehmend an Bedeutung. Über die traditionellen Verfahren und Vereinbarungen hinaus entwickeln sich neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Staaten, Kulturinstitutionen, betroffenen Gemeinschaften und weiteren Akteuren. Sie sollen den Dialog erleichtern, den unterschiedlichen Interessen besser Rechnung tragen und nachhaltige, an den jeweiligen Kontext angepasste Lösungen fördern.

Vor diesem Hintergrund organisieren das Bundesamt für Kultur und die Schweizerische UNESCO-Kommission in Zusammenarbeit mit der UNESCO am 16. und 17. September 2026 in Genf den regionalen UNESCO-Dialog «Neue Formen der Zusammenarbeit und Vereinbarungen im Bereich der Rückgabe und Restitution von Kulturgütern». Die Veranstaltung findet im Internationalen Konferenzzentrum Genf (CICG) statt.

Die Veranstaltung richtet sich an die UNESCO-Mitgliedstaaten der Regionalgruppen I und II (West- und Osteuropa) und bietet eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen, bewährte Praktiken und innovative Kooperationsmodelle. Sie bringt ein breites Spektrum von Akteuren zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und die Bedürfnisse und Herausforderungen zu erörtern, mit denen Staaten und ihre Institutionen bei Rückgabe- und Restitutionsverfahren konfrontiert sind.

Die Veranstaltung kann online verfolgt werden; hierfür ist eine vorherige Anmeldung über Zoom erforderlich.

Enhancing the right to education

Ensuring that every person can fully enjoy the right to education is both a promise and a shared responsibility. At the UN Social Forum 2025, the Swiss Commission for UNESCO is co-hosting a side event that will look ahead: What must education systems do to remain inclusive and resilient in the face of new global challenges?

This discussion will explore how education policies and cooperation frameworks can better promote and protect human rights — including addressing inequalities, technological change and crises affecting learners worldwide. With contributions from governments, researchers and international experts, the session will highlight concrete pathways to advance the right to education and leave no learner behind.

Specific objectives

  • Deepen understanding of how structural inequalities and global transformations shape the implementation of the right to education.
  • Foster exchange and collaboration among experts, Member States, civil society, academia, private sector and other key actors on the future of the right to education.
  • Share insights from experts about key challenges and forward-looking strategies to safeguard and advance education as a fundamental human right.

Expected outcomes

📍 Palais des Nations, Room VII (Building A, Floor 3), Geneva
📅 30 October 2025
🕐 13:00–15:00 (CET)
🎧 French–English interpretation provided
🥂 Reception with light refreshments to follow
👥 In-person only event

🔗 Registration: https://indico.un.org/event/1010443/ or by contacting Geneva@unesco.org

UNESCO würdigt bedeutende historische Dokumente, die in der Schweiz aufbewahrt werden

Bern, 11.04.2025 – Die UNESCO hat mehrere in der Schweiz aufbewahrte Dokumente und Archivbestände in das internationale Register «Memory of the World» aufgenommen. Diese Anerkennung unterstreicht die aussergewöhnliche Bedeutung dieser Dokumente für das kollektive Gedächtnis der Menschheit.

Zu den diesjährigen Anmeldungen gehören:

Die Genfer Konventionen

  • Grundlegende Dokumente, heute aktueller denn je. Sie bilden den Kern des humanitären Völkerrechts und bis heute die Richtlinie für den Schutz der Opfer bewaffneter Konflikte.
  • Die Genfer Konventionen werden im Schweizerischen Bundesarchiv (Bern) aufbewahrt.

→ Weitere Informationen

Die Auzeichnungen von Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart

  • Zwei Pionierinnen der Literatur und Fotoreportage des 20. Jahrhunderts. Durch ihren kühnen Blick, ihr Engagement und ihre Erforschung der Welt waren ihre Werke prägend für ihre Zeit.
  • Die aufgenommenen Sammlungen werden in folgenden Institutionen aufbewahrt: in der Schweizerischen Nationalbibliothek (Bern), im Photo Elysée (Lausanne) und in der Bibliothek von Genf.

→ Weitere Informationen

„Ewiger Friede“

  • Gemeinsame Nominierung mit Frankreich.
  • Historischer Vertrag, der 1516 den «ewigen Frieden» zwischen Frankreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft  besiegelte.
  • Das in Deutsch verfasste Exemplar wird im Staatsarchiv Freiburg aufbewahrt, das lateinische Exemplar im französischen Nationalarchiv in Paris.

→ Weitere Informationen

Literarischer Nachlass von Friedrich Nietzsche

  • Gemeinsame Nominierung mit Deutschland.
  • Aufzeichnungen des Philosophen, Dichters und Komponisten mit weltweitem, interdisziplinärem Einfluss.
  • Die Nominierung umfasst vier Sammlungen. Drei davon werden in der Schweiz in folgenden Institutionen aufbewahrt: in der Universitätsbibliothek Basel, im Staatsarchiv Basel-Stadt und in der Stiftung Nietzsche-Haus (Sils Maria).

→ Weitere Informationen

Zeichnungen und Schriften von Kindern und Jugendlichen in Kriegszeiten in Europa (1914–1950)

  • Gemeinsame Aufnahme mit Deutschland, Frankreich, Kanada, Polen, Tschechien, dem Vereinigten Königreich und Spanien.
  • Erfahrungen von Kindern mit Konflikten, dokumentiert anhand von direkten und visuellen Berichten, die eine einzigartige Sichtweise auf die Auswirkungen von Kriegen ermöglichen.
  • Aufgenommen werden 17 Sammlungen, von denen drei in der Schweiz aufbewahrt werden: die Sammlung von Jugendlichen aus Buchenwald (1945–1946) im Archiv für Zeitgeschichte (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich); die Sammlung von Schulzeichnungen des Lehrers Jakob Weidmann (1939–1944) im Pestalozzianum (Zürich); die Zeitschrift «Freundschaft» des Kinderdorfs Pestalozzi (1950) im Kinderdorf Pestalozzi (Trogen).

→ Weitere Informationen

Die neu aufgenommenen Bestände zeugen von der Vielfalt und vom Reichtum des dokumentarischen Erbes der Schweiz. Das Spektrum reicht von den wichtigen Gründungstexten des humanitären Völkerrechts über diplomatische Aufzeichnungen, die die zwischenstaatliche Geschichte prägen, bis hin zu literarischen und fotografischen Zeugnissen herausragender Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Die aussergewöhnlichen Dokumente – persönliche Erzählungen, Korrespondenzen und visuelle Zeugnisse – veranschaulichen auch die Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses sowie die Auswirkungen von Konflikten auf Menschen und Gemeinschaften.

Das 1992 von der UNESCO lancierte Programm «Memory of the World» soll das dokumentarische Erbe, das eine grundlegende Rolle für das Verständnis der menschlichen Geschichte und Kultur spielt, schützen, anerkennen und zugänglich machen. Das internationale Register erfasst Dokumente von universeller Bedeutung wie Manuskripte, Aufzeichnungen, Filme und Tonaufnahmen und ist damit eine der wichtigsten Initiativen des Programms.

Die Schweizerische UNESCO-Kommission ist für die Koordination und Umsetzung des Programms in der Schweiz zuständig. Sie wählt die Schweizer Nominierungen für die Aufnahme in das internationale Register der UNESCO aus und reicht sie ein. Gleichzeitig begleitet sie die Institutionen, die im Besitz von Dokumenten, Sammlungen und Beständen sind, beim Auswahlprozess. In Zusammenarbeit mit einer Expertengruppe stellt sie sicher, dass die Selektionskriterien erfüllt sind, und gewährleistet eine strategische Auswahl der Vorschläge.

Zitate:

Nicolas Ducimetière, Mitglied der Schweizerischen UNESCO-Kommission:

«Die Neuaufnahmen erhöhen die Sichtbarkeit des dokumentarischen Erbes der Schweiz und verdeutlichen das Engagement unseres Landes für die Wahrung des ‹Gedächtnisses der Menschheit›. Wir freuen uns über diese Anerkennung und die Arbeit, die die beteiligten Archive geleistet haben.»

Cécile Vilas, Mitglied der Schweizerischen UNESCO-Kommission:

«Die Neuaufnahmen rücken Zeitzeugnisse ins Zentrum, die auch heute noch sehr aktuell und relevant sind. Die Erinnerungen müssen unbedingt bewahrt und für künftige Generationen erhalten werden, da sie für das Verständnis der heutigen Welt von entscheidender Bedeutung sind.»

Insgesamt wurden 74 neue Einträge in das internationale Register vom Exekutivrat der UNESCO anlässlich seiner 221. Sitzung genehmigt. Diese Entscheidung bereichert das Internationale Register „Memory of the World“ und unterstreicht die Bedeutung des dokumentarischen Erbes für die Weitergabe von Geschichte, Kultur und kollektiver Erinnerung auf globaler Ebene.

Adresse für Rückfragen:
Christof Bareiss
Schweizerische UNESCO-Kommission
Tel.: +41 58 461 17 35
christof.bareiss@eda.admin.ch

UN-Weltwasserbericht 2025: Berge und Gletscher als Wasserspeicher

Die UNESCO koordiniert im Auftrag der Vereinten Nationen die Erstellung des jährlichen UN-Weltwasserberichts. Dieser Bericht fasst die zuverlässigsten Daten zur globalen Wasserbewertung zusammen und bietet fundierte Analysen zu den grössten Herausforderungen im Wassersektor. Jedes Jahr am 22. März, dem Weltwassertag, wird der Bericht veröffentlicht und rückt ein spezifisches Schwerpunktthema in den Fokus.

Weltwasserbericht 2025: Die Bedeutung der Kryosphäre für die Wasserversorgung

Der diesjährige Weltwasserbericht beleuchtet die essenzielle Rolle von Gebirgsgewässern und Gletschern für die nachhaltige Entwicklung von Bergregionen sowie für die Gesellschaften in tiefer gelegenen Gebieten, die auf diese Wasserressourcen angewiesen sind. Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund eines rasanten Wandels der Kryosphäre, also aller Formen von Eis und Schnee in den Bergen – eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen für den globalen Wasserhaushalt.

Zusätzlich trägt der Bericht der Entscheidung der UN-Generalversammlung Rechnung, das Jahr 2025 zum „Jahr der Erhaltung der Gletscher“ zu erklären. Er unterstreicht die Dringlichkeit von Schutzmassnahmen angesichts der fortschreitenden Gletscherschmelze und der damit verbundenen Herausforderungen für die Wasserverfügbarkeit weltweit.

Deutsche Zusammenfassung in Kooperation mit vier UNESCO-Kommissionen

Seit mehreren Jahren veröffentlicht die Deutsche UNESCO-Kommission in Zusammenarbeit mit den nationalen UNESCO-Kommissionen Österreichs, Luxemburgs und der Schweiz eine deutschsprachige Zusammenfassung des Berichts.


Veranstaltung: Journalismus in Zeiten von Vertrauens- und Aufmerksamkeitsverlust – welche Rolle spielt KI?

In einer Zeit, in der das Vertrauen in die Medien und das Interesse an Nachrichten weltweit sinken, spielt die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) im Journalismus eine zunehmend zentrale Rolle. Laut dem Digital News Report 2024 des Reuters Institute geben fast vier von zehn Menschen weltweit an, Nachrichten aktiv zu meiden. In der Schweiz ist das allgemeine Vertrauen in Medien in den letzten zehn Jahren gesunken – ebenso wie in Österreich und Deutschland, wo eine wachsende Zahl der Bevölkerung kaum oder gar keine Nachrichten konsumiert.

Soziale Medien haben dabei für viele Menschen die Rolle der primären Informationsquelle übernommen. KI-gestützte Empfehlungssysteme priorisieren häufig unterhaltsame Inhalte vor faktenbasierten Berichten. KI-Technologien könnten es in Zukunft zusätzlich erschweren, verlässliche Informationen zu finden, was sowohl für Journalisten als auch für Medienkonsumenten Herausforderungen mit sich bringt. Gleichzeitig bieten KI-Tools aber auch Chancen für Medienhäuser und Journalisten, neue Wege zu erschliessen, um Vertrauen zurückzugewinnen und den Zugang zu verlässlichen Nachrichten zu fördern.

Die UNESCO-Kommission von Österreich, in Kooperation mit der UNESCO-Kommissionen Deutschlands und der Schweiz sowie der Presseclub Concordia, lädt zur Diskussion „Journalismus in Zeiten von Vertrauens- und Aufmerksamkeitsverlust: Die Rolle von KI?“ ein. Die Veranstaltung beleuchtet die Herausforderungen und Chancen des KI-Einsatzes im Journalismus, insbesondere vor dem Hintergrund sinkenden Medienvertrauens und abnehmendem Interesse an Nachrichten. Experten diskutieren über die Möglichkeit, KI zur Stärkung faktenbasierter Berichterstattung einzusetzen und wie Medien dadurch breitere Bevölkerungsschichten erreichen könnten.

Details zur Veranstaltung

  • Wann: Mittwoch, 11. Dezember 2024, 17.30-19.00 Uhr
  • Wo: Presseclub Concordia, Wien & online (in deutscher Sprache)
  • Anmeldung: Link zur Anmeldung

Der Link zur Online-Teilnahme wird ca. 1 Woche vor der Veranstaltung per Mail verschickt.

Treffen „Memory of the World“ in der Schweiz: Ein fruchtbarer Austausch in Neuenburg

Am 29. Oktober 2024 organisierte die Schweizerische UNESCO-Kommission das vierte Treffen der Schweizer Institutionen, deren Archivbestände im internationalen „Memory of the World“-Register eingetragen sind. Rund zwanzig Vertreter verschiedener Institutionen kamen in der Öffentlichen und Universitätsbibliothek Neuenburg (BPUN) zusammen, um den Austausch innerhalb des Netzwerks zu stärken und den Weg für künftige Kooperationen zu ebnen.

Das internationale Register des „Memory of the World“-Programms, das von der UNESCO ins Leben gerufen wurde, dient der Erhaltung und Förderung bedeutender Dokumente und Sammlungen von weltweiter Bedeutung. Es würdigt Unterlagen, die als Zeugnisse der Geschichte, Kultur und Identität der Menschheit gelten. Mit der Aufnahme in das Register macht die UNESCO auf den Wert dieses Erbes aufmerksam, unterstützt die Erhaltung gefährdeter Bestände und fördert die internationale Zusammenarbeit in der Bewahrung und Zugänglichkeit dieser Ressourcen. Das Programm ist ein Appell, unser kollektives Gedächtnis zu schützen und diese Zeugen der Vergangenheit für kommende Generationen zu erhalten.

Nach den Begrüssungsworten folgte ein Überblick über die jüngsten Entwicklungen des Programms. Die Teilnehmenden erhielten Einblick in aktuelle Einreichungen und in die Bemühungen der Schweizerischen Kommission, eine Liste zukünftiger Nominierungen zu erstellen. Die kürzlich eingesetzte Expertengruppe, die sich dieser Aufgabe widmet, soll die Planbarkeit, die sprachliche Vielfalt und die institutionelle Verankerung künftiger Nominierungen sicherstellen.

Die Vertreter der Programme „Memory of the World“ aus Deutschland und Frankreich, Frau Hurdubae und Prof. Dr. Elmshäuser, stellten anschliessend ihre Initiativen vor. Diese Einblicke boten inspirierende Beispiele transnationaler Aktivitäten, die zur Stärkung der kulturellen Beziehungen beitragen und Ansätze für mögliche künftige Kooperationen aufzeigten.

Im Laufe des Tages hatten die Teilnehmer ausserdem die Gelegenheit, den „Espace Rousseau“ der Bibliothek zu erkunden, der beispielhaft veranschaulicht, wie ein im Register eingetragener Bestand anschaulich präsentiert werden kann. Diese Besichtigung hob die Bedeutung der kulturellen Wertschätzung des dokumentarischen Erbes hervor und ermöglichte den Austausch über Wege, wie das Publikum für diese Schätze begeistert werden kann. Die Gäste erhielten zudem Einblicke in die sorgfältige Konservierung, Lagerung und Digitalisierung des Bestands, insbesondere der bedeutenden Herbariensammlung Rousseaus.

Der Nachmittag war geprägt von der Vorstellung des neu eingetragenen Bestands: „Heidi- und Johanna-Spyri-Archive“. Diese Einführung zeigte die universelle Bedeutung dieser literarischen Figur und ihren Einfluss auf das kollektive Bild der Schweiz auf. Fest in ihrer Heimat verankert, hat Heidi eine aussergewöhnliche weltweite Resonanz erfahren.

Abschliessend präsentierten die Verantwortlichen der „Memory of the World“-Bestände in der Schweiz ihre Aktivitäten und tauschten Erfahrungen aus. Die Schweizerische UNESCO-Kommission hofft, dass dieser Austausch ein Klima der Zusammenarbeit schafft und das Wachstum künftiger Initiativen fördert.

Enhancing the Right to Science and the Planetary Crisis: A roundtable on emerging trends and issues

This side event to the 2023 Social Forum, taking place on 2 and 3 November 2023 in Palais des Nations, aims to highlight how the right to science has the potential of improving the enjoyment of many other rights and providing essential building blocks and responses to key sustainability challenges of our times — including the triple planetary crisis of climate change, biodiversity loss, and pollution. This event is organized by the University of Geneva, the Swiss Commission for UNESCO, UNESCO, and the Geneva Environment Network.

While science is indispensable for addressing current and future societal challenges, its role is more debated than ever in polarized, politicized and often partial terms. Scientists often find themselves under attack and their institutional foundations and spaces eroding.

About this Event

Are science concerns adequately identified and articulated in human rights processes and the triple planetary crisis? The right to science encompasses different complementary dimensions from access to scientific knowledge and the applications of scientific progress to protection against harm deriving from scientific and technological advancements and protection of the autonomy and freedom of scientific researchers. Clearly, enhancing the right to science through its different components has the potential of improving the enjoyment of many other rights and providing essential building blocks and responses to key sustainability challenges of our times — from climate change and biodiversity loss to global health crises and pandemics. The global COVID-19 pandemic, for example, revealed deep-running challenges in vaccine access but also in the application of intellectual property regimes exacerbating inequalities across and within countries.

In that sense, defending the right to science is also critical in accelerating progress towards achieving the Sustainable Development Goals (SDGs), which are underpinned by scientific knowledge derived from the natural and social sciences. However, taking full advantage of this right will require a far more comprehensive approach to its application.

This side event presents research building on the momentum created by recent normative developments such as the UNESCO 2017 Recommendation on Science and Scientific Researchers. It also draws on an increasing interest in recent years including the outcomes of recent experts’ conversations such as the Geneva Human Rights Dialogue on the Right to Science. This roundtable offers a critical opportunity to reflect upon emerging trends and issues including the launch of a Special Issue on “Enhancing the Right to Science” and recent developments in relation to the triple planetary crisis.

Time and Place

2 November 2023 14:00 – 15:00

Venue: Palais des Nations, Geneva, Room XXII & Online

Speakers

  • Yvonne DONDERS, Professor, University of Amsterdam
  • Alexandra XANTHAKI, UN Special Rapporteur in the field of Cultural Rights
  • Marcos ORELLANA, UN Special Rapporteur on toxics and human rights
  • Stephan KUSTER, Head, Institutional Relations, Frontiers
  • Kostas TARARAS, Programme Specialist, UNESCO
  • Peter Bille LARSEN, Senior Lecturer, University of Geneva & Member of the Swiss Commission for UNESCO

Participation

This side event is open to participants of the 2023 Social Forum. This event will be streamed live on YouTube.

AI, Biotechnology and Human Rights

How do emerging technologies transform human rights and how should we regulate them?

The College of Humanities (EPFL, Lausanne) cordially invites you to the official launch of the book: «Cambridge Handbook of Information Technology, Life Sciences and Human Rights» under the patronage of the Swiss Commission for UNESCO.

Emerging technologies are transforming humans and thereby human rights. New ethical and legal issues are raised in various scientific fields, from biotechnology and neurotechnology to information technology. What ethical and legal frameworks are needed to protect people from possible technology misuses while preserving the benefits that science and technology can bring to society? „The Cambridge Handbook of Information Technology, Life Sciences and Human Rights“ addresses precisely this question and stand out as a crucial reference in the field.

Come and discuss this subject with co-editors of the Handbook:

They will share their expertise with:

  • Milena Costas Trascasas, Chair of the Advisory Committee to the UN Human Rights Council
  • Gerard Escher, neurobiologist, senior advisor to the President of the Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne

With the participation of:

The event will be moderated by CDH journalist Anne Laure Gannac.

In English / Open to all
Lunch offered to registered people


Follow in streaming 
on the EPFL College of Humanities Youtube Channel

> Register online

Die UNESCO-Kommissionen Europas (und darüber hinaus) verurteilen den Angriff auf die Ukraine

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine äussern sich erstmals die UNESCO-Kommissionen von über 35 Staaten gemeinsam und haben folgende Erklärungen untergezeichnet:

Die jüngsten Ereignisse stellen einen Wendepunkt für die Ukraine, Europa und die ganze Welt dar.

Die UNESCO-Kommissionen Europas (und darüber hinaus) verurteilen den Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine auf das Schärfste. Wir bringen unsere Solidarität mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Ukraine zum Ausdruck, einschliesslich der Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Kriegsgebiet berichten, sowie mit den Lehrkräften, Studierenden und Schülerinnen und Schülern, die das Recht auf Bildung in Frieden haben. Wir unterstützen nachdrücklich unsere Partner, die sich für die Ziele und Werte der UNESCO in der Ukraine und darüber hinaus einsetzen.

Am 24. Februar rief die UNESCO zur Achtung des humanitären Völkerrechts auf. Sie forderte insbesondere die Wahrung der Informationsfreiheit, den Schutz von Medienschaffenden und die Einhaltung der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Insgesamt sieben UNESCO-Welterbestätten befinden sich in der Ukraine. Nach der jüngsten Eskalation der Gewalt forderte der UN-Generalsekretär António Guterres den russischen Präsidenten auf, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen.Weiter…